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Scissor Sisters - Magic hour

Scissor Sisters - Magic hour

Polydor / Universal
VÖ: 25.05.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Deine Stimme zählt

Wumms und Wedelking

Josh Homme kann auch lustig sein. Im besten Stil eines Homeshopping-Kanals präsentiert er das neue Album der Scissor Sisters, schaut teilweise etwas ratlos durch die Gegend und verspricht dann aber beschwörender als jeder Außendienstmitarbeiter von Vorwerk, dass man bei Nichtgefallen das Geld innerhalb von 14 Tagen zurückerstattet bekommt. Und während er es wiederholt, ploppt eine Einblendung auf, die das garantierte Gegenteil besagt. Eine hübsches Promovideo für "Magic hour", das mittlerweile vierte Album des New Yorker Quartetts, welches gleich in Form von "Baby come home" ein Highlight aus pumpendem Piano, Funk und Gospel-Chor aus der Hüfte schießt. Grundsätzlich kann bei diesem Album der Einkaufsbeleg vom Online-Shopping direkt in den Papiermüll wandern. Umtauschen nicht erforderlich - auch wenn es nicht durchweg überzeugt.

Nur zwei Jahre nach dem Disco-bejahenden "Night work" kehren die Scissor Sisters mit Verstärkung zurück. Diplo, Calvin Harris, Boys Noize und Pharrell Williams haben alle mehr oder weniger mitgearbeitet an den Songs, die überwiegend aus der Feder von Sänger Jake Shears und Bass-Keyboard-Gitarrist Babydaddy stammen. Und ziehen deren Arbeit oft runter oder verpassen ihr einen farblosen Chart-Anstrich. Harris beispielsweise schustert eine unverschämt offensiv bluffende Dance-Nummer, die unter dem Namen "Only the horses" zwar die Zehen in den Flip-Flops zucken lässt, gleichzeitg aber nicht mehr als ein Aufguss seiner anderen Produktionen ist. Und auch Boys Noize zückt abgestandene Electro-Elemente. "Keep your shoes" lutscht am Beat-Eis von Fedde Le Grand und teilt das Hörnchen mit den Girls von Will.i.ams "I got it from my mama" und den Vengaboys.

"Hey, I'm calling you back / Uh, she's been a bitch tonight", ertönen die ersten Worte auf einem Anrufbeantworter von "Let's have a kiki". Unter blechernen Percussions verteilt das verrückte Huhn der Band, Ana Matronic, zu einer electroiden Party zu spätnächtlicher Stunde Dancehall-Juckpulver. Das ist simpel, irgendwie bescheuert, dabei aber extrem anziehend. Deichkind nennen so etwas "Leider geil". Und sexualisiert ist "Magic hour" so oder so. Das gehört zu den Scissor Sisters und ist exemplarisch hörbar in "Self control" oder auch "Keep your shoes". Da dürfen sie auch ungeniert von der "bitch" in "Shady love" singen und Szene-Darling Azealia Banks mitten in den electrorappenden Song setzen.

Dass sich das Album für Shears größtenteils anfühlt wie beim Sonnenaufgang, lässt sich bei den Tracks erahnen, die die elektronische Handbremse eingelegt haben. "San Luis Obispo" bewirbt sich um einen Radio-Sommerhit und schüttelt zur Akustikgitarre auch ein wenig die Salsa-Kurven. Für die Ballade "The secret life of letters" macht Shears auf Rufus Wainwright, um in "Somewhere" doch wieder ein Stück Pet Shop Boys unter den Füßen zu haben. So schlunzegalen Pop wie "Best in me" ist man allerdings von den Scissor Sisters nicht gewohnt: "You take what's good and make it better." Wir empfehlen ein Schild an der Studiotür. Neben den Bildern von Calvin Harris und Boys Noize ist dann der Spruch zu lesen "Wir müssen leider draußen bleiben".

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Baby come home
  • Let's have a kiki
  • Shady love
  • Somewhere

Tracklist

  1. Baby come home
  2. Keep your shoes
  3. Inevitable
  4. Only the horses
  5. Year of living dangerously
  6. Let's have a kiki
  7. Shady love
  8. San Luis Obispo
  9. Self control
  10. Best in me
  11. The secret life of letters
  12. Somewhere
  13. Ms. Matronic's Magic Message
  14. F**k yeah
  15. Let's have a kiki (DJ Nita Remix)
  16. F**k yeah (Seamus Haji Remix)

Gesamtspielzeit: 43:12 min.

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