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God Forbid - Equilibrium

God Forbid - Equilibrium

Victory / Soulfood
VÖ: 30.03.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Die Kavallerie

Es ist gefühlt ein Rettungshubschrauber, der irgendwann gegen Ende des Songs "A few good men" auftaucht - kurz bevor die Metal-Institution God Forbid ins Decrescendo schaltet und einer Nummer langsam den Saft abdreht, die weich beherzte Musikfans besser nicht per Fernbedienung ihrer Stereoanlage angewählt hätten. Besser nicht, weil: Lead-Sänger Byron Davis schreit mal wieder minutenlang, als würde ihm jemand mit einem Korkenzieher das linke Auge durchbohren. Besser auch nicht, weil: God Forbid bieten bis zu diesem Ende niemandem die Gelegenheit, um mal durchzupusten. Doch dann kommt die Rettung, dann kommen die Rotoren: flap-flap-flap. Kurz danach ist "A few good men" vorbei - nicht annähernd der gefährlichste Song auf God Forbids neuer Platte "Equilibrium".

God Forbid scheren sich einen Scheißdreck. Seit ihrer Gründung 1996 in New Jersey haben Musikjournalisten, Blogger und Infotexte sie schon immer gerne in eine Schublade verdammt, die strenger müffelt als alle New-Metal-Hypes der Jahrtausendwende aufaddiert: Metalcore. Metalcore, das ist heute meist kreatives Siechtum, Heavy Metal wie Malen-nach-Zahlen. Ein schlechter Witz, der immer wieder im fliegenden Wechsel geschrien und gesungen wird, mit peinlich vorhersehbaren Breakdowns und einstudierten Grimassen aus den immer gleichen Baukästen. Wenn tausend programmierte Hände auf Sommer-Open-Airs zu Reamonn-Songs in die Hände klatschen, dann ist das ein spontaner Gefühlsausbruch im Direktvergleich.

"Equilibrium" hat Elemente von alldem: Den Track "Overcome" entschleunigt kurz ein wuchtiger Breakdown-Part, dessen Charme live gespielt wieder Dutzende Moshpits zu Füßen liegen werden. "Cornered" und "Awakening" malträtieren God Forbid mit einer Wut, zu der man sich nicht bloß stupide abreagieren, sondern auch allerhand peinliche Testosteron-Posen vorstellen kann. Und all diese Songs sowie auch alle anderen auf "Equilibrium" werden im fliegenden Wechsel geschrien und gesungen. Es wäre natürlich trotzdem ein Unding, diese Platte in einen Giftkoffer mit Eskimo Callboy, The Devil Wears Prada oder Bullet For My Valentine zu sperren.

Dazu besteht auch überhaupt kein Grund: Schon wegen "Scraping the walls" rät Plattentests.de unverbesserlichen Screamo-Mädchen, ihr Taschengeld doch besser in "Equilibrium" zu investieren. Es ist der eingängigste Song der Platte, es ist der vielseitigste, es ist der beste. In ihm vereinen God Forbid die Blastbeats von Extremmetal, die schnörkelfreien Melodien von besserem Alternative-Rock, die bösen Mienen von den ganz bösen Männern. Und nicht zuletzt die Wucht eines beinahe ausgestorbenen Genres: Metalcore, der endlich mal kein Ärgernis ist - sondern Rettung in letzter Sekunde.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Don't tell me what to dream
  • Scraping the walls
  • Overcome

Tracklist

  1. Don't tell me what to dream
  2. My rebirth
  3. A few good men
  4. Scraping the walls
  5. Conquer
  6. Equilibrium
  7. Overcome
  8. Cornered
  9. This is who I am
  10. Move on
  11. Pages
  12. Awakening
  13. Where we come from

Gesamtspielzeit: 53:48 min.

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