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Last Days Of April - 79

Last Days Of April - 79

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 30.03.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Müh und Not

Karl Larsson hat sich stets bemüht. Für "79", die neue Platte seiner Indieband Last Days Of April, bedeutet das: Er hat wenig dem Zufall überlassen. Schon für das Cover des Albums hat er sich in einer Pose ablichten lassen, in der ihn viele für einen unehelichen Sohn von Neil Young halten werden. Schon davor konnte man Last Days Of April auch in gut bebauter Nachbarschaft nach der Sperrstunde über Zimmerlautstärke aufdrehen, ohne Probleme mit der Polizei zu bekommen. Auf "79" gibt es sogar gerade mal eine einzige Nummer, die im Verdacht steht, ein gemeiner Rocksong zu sein. Der Rest ist über weite Strecken skizzenhaftes Songwritertum eines Indie-Songwriters – und damit vielleicht noch ein Stück wankelmütiger als Larssons Soloplatte "Pale as milk" von 2005.

Mehr denn je sind es Larssons Einfälle, nicht deren Ausführung und Arrangement, die "79" ausmachen. Das ahnt natürlich noch niemand, der von "79" bislang bloß die Auskopplung "Feel the sun again" gehört hat. Mit der Leichtigkeit der Lemonheads stampfen Last Days Of April dort freudetrunken in Schlagweite eines kleinen Semi-Hits, den kein Hitradio der Welt je totnudeln könnte. Jeder Beat ist ein Sonnenstrahl, jedes Wort aus Karl Larssons Lippen ein Versprechen nach Sonnenmilch, Sonnenbrand und Sonntagsausflügen mit zumutbarer Musik zum nächsten Baggersee. Wer genau hinhört, erkennt allerdings schon die ersten Risse: Die Hooklines sind kaum je so zwingend wie das ähnlich gelaunte "America" von der letzten Platte "Gooey", und selbst der gefällige Refrain nicht der Anheizer, der er gerne wäre. Irgendwo muss Badestrandstand im Getriebe stecken.

Ganz ans Ende von "79" haben Last Days Of April dieses "Feel the sun again" geparkt. Dort, wo es als mit Abstand plakativster Hit der Platte fast ein wenig wie ein Bonustrack wirkt, den die Plattenfirma als Kaufargument noch mit ins Angebot nehmen wollte. Der Rest von "79" ist deutlich zurückhaltender gespielt. Die traditionellen Heimweh-Gitarren Last Days Of Aprils, die jammern wie Walgesang, haben Last Days Of April größtenteils gegen eiernde Hawaii-Klampfen, gegen stramm gezogene Pedal Steels und Jazzbesen am Schlagzeug ausgetauscht, die jeweils mit Samthandschuhen gespielt Larssons Songgerüste tragen sollen – und sich ansonsten zurückhalten. Das gelingt nicht oft genug.

Es ist eine Formel wie eine Aufforderung zum leisen Kammertanz – und mündet fast zur Hälfte der Platte in kraftlosen Gefälligkeiten wie "Lily" oder "My girlfriend". Exemplarisch, wie Larsson während "There goes the neighbourhood" keine seiner cleveren Melodien auspackt, sondern die Käsefüße auf den Tisch knallt, mit den Schultern zuckt und ein paarmal "Yeah" ins Mikro schnoddert. Als wäre ihm nichts besseres eingefallen. Es ist schade um sanfte Indiepop-Songs wie "Don't stand in the way of love" und "A stone in my shoe", dass sie auf einem Album untergehen werden, das kaum jemand ernsthaft in Erinnerung behalten dürfte. Dabei hat sich dieser Larsson meist wirklich bemüht.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Don't stand in the way of love
  • Feel the sun again

Tracklist

  1. When
  2. My girlfriend
  3. Don't stand in the way of love
  4. What is love anyway
  5. Still think about it
  6. There goes the neighbourhood
  7. Lily
  8. Where we belong
  9. A stone in my shoe
  10. Feel the sun again

Gesamtspielzeit: 36:12 min.

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