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Chiddy Bang - Breakfast

Chiddy Bang - Breakfast

Regal / EMI
VÖ: 02.03.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Brotaufstrizzle

Neun Stunden, 18 Minuten und 22 Sekunden - so lange dauerte die Freestyle-Rap-Performance, mit der Chiddy 'Chidera' Anamege den Weltrekord im Ewigrappen knackte. Wer das durchzieht, hat wohl nicht mehr alle Platten im Schrank und sollte gut gefrühstückt haben, damit die beste aller Lines nicht am spontanen Hungertod scheitert. Die Auswahl an Frühstückscerealien auf dem Breakfast-Plattencover kann sich da durchaus sehen lassen: von "Chiddy Crunch" über "Mini Beats" bis "Bangin' O's" ist alles dabei, was das Rapperherz am Morgen begehrt. Aber: Essens-, Trink- und sämtliche andere Pausen durften nicht länger als drei Sekunden dauern.

Ihr Karrierefrühstück zelebrierten die Herren, damals noch im Quartett, mit ihrem 2009er Debüt-Mixtape "The swelly express". Ein Song darauf wurde zum Überflieger: Mit "The opposite of adults" lieferten Chiddy Bang eine Antwort auf MGMTs "Kids" und schafften es, unter anderem wegen des unverwechselbaren MGMT-Samples, über die Hypemaschine Internet bis an die Ohren der ganz großen Labelbosse. Es folgten ein weiteres Mixtape und eine EP, bis, drei Jahre nach ihren musikalischen Anfängen, nun endlich das Debütalbum erscheint. Auf diesem langen Weg hat sich die Besetzung halbiert, sodass neben dem notorischen Vielquatscher Anamege heute nur noch Noah "Xaphoon Jones" Bersin als Knöpfchendrücker mit von der Partie ist.

Der Kaffee dürfte zwar inzwischen kalt sein, aber Chiddy Bang scheinen auch nach drei Jahren Bandgeschichte noch immer zu frühstücken. Zumindest wirkt "Breakfast" noch genauso kindisch-verspielt wie die ersten musikalischen Gehversuche der Spaßbrüder aus Philadelphia. Das funktioniert zwar ein Stück weit, auf Dauer fehlt es aber deutlich an Tiefe und Innovation. Da verschwindet "Breakfast" schneller wieder im Küchen-, äh, Plattenschrank, als man erwartet hätte. Schade, denn musikalisch schmiert Bersin eine große Palette an unterschiedlichen Geschmackskompositionen aufs Brötchen, die er nur noch etwas mutiger mit Aroma- und Farbstoffen hätte versehen sollen.

Nach dem entspannten "Intro" macht der Titeltrack gleich ordentlich auf dicke Hose: straighter Beat, Synthie-Riffs, E-Gitarre zwischendrin, Hauptsache fett - dabei nimmt sich die Nummer zuweilen ein wenig zu ernst. "Mind your manners" weckt Erinnerungen - den Kinderstimmen sei Dank, die man ja in Zusammenhang mit dem Electro-HipHop-Sound von Chiddy Bang noch gut aus ihren MGMT-Sampleausflügen kennt - diesmal darf der Nachwuchs aber sogar singen. Mit bluesigem Piano, Gospel-Chor und der Erkenntnis "Hey yo, I'm feeling like Ray Charles" drückt "Ray Charles" ordentlich auf die Partytube, bevor "Does she love me?" einen der wenigen ernsten Momente auf "Breakfast" liefert, die sich nicht hinter knallbunten Beatgewittern verstecken. Chiddy Bang haben sich auf ihrem Debüt einen Spielplatz erschaffen. Retro-Computerspielsounds, tropfend bratzige Basslines, eine riesige Portion Selbstbewusstsein - bloß nicht erwachsen werden. "Breakfast" klingt nach Highschool-Beachpartys und Teenagerträumen. Ein Album für das Kind, Pardon, das Gegenteil eines Erwachsenen im Mann.

(Konrad Spremberg)

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Highlights

  • Mind your manners (feat. Icona Pop)
  • Does she love me?
  • Whatever we want
  • Baby roulette

Tracklist

  1. Intro
  2. Breakfast
  3. Handclaps & guitars
  4. Mind your manners (feat. Icona Pop)
  5. Ray Charles
  6. Does she love me?
  7. Run it back (feat. Shirazi)
  8. Out 2 space (feat. Gordon Voidwell)
  9. Whatever we want
  10. Interlude
  11. Talking to myself
  12. Happening
  13. Baby roulette
  14. 4th quarter

Gesamtspielzeit: 43:22 min.

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