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We Have Band - Ternion

We Have Band - Ternion

Naive / Indigo
VÖ: 27.01.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Wohin des Weges?

Es ist ja löblich, wenn Bands angestammte und bekannte Pfade verlassen, um neue Ufer zu erkunden. Doch irgendwo sollte man immer Bodenkontakt behalten, das Herauslösen sämtlicher Wurzeln ist nicht immer optimal. Das britische Elektropop-Trio We Have Band entschied sich nun auch, den Sound ihres Debüts "WHB" hinter sich zu lassen. Was schade ist, denn insbesondere hitzige Hits wie "Centrefolds & empty screens" oder "Honeytrap" waren süchtigmachend. Aber nein, in diese Richtung wolle sich die Band nicht weiterentwickeln, verrät der schlaue Beipackzettel. Ihr cleveres Händchen für schmissige Songs haben sie sich abgehackt, stattdessen regieren auf "Ternion" zehn meist zwiespältige Stücke zwischen übertrieben unterkühlter 80s-Ästhetik und dezenter Verschwurbelung. Die Frage, die sich zunächst stellt: Ist das schon New-New-Rave? Oder einfach sieben Jahre zu spät?

Natürlich ist "Ternion" jetzt nicht superschlecht, das wollen wir gar nicht gesagt haben. Es ist vielmehr wenig brisant; We Have Band haben zielsicher die Elemente entfernt, die ihren dringlich-pulsierenden Klang charakterisierten. Zurück bleibt ein Album, das in der Mehrzahl aus gut gemeinten Füllern besteht, denen man eine gewisse Catchiness nicht absprechen kann. Sie versuchen sich locker zu machen: Hände aus den skintight Jeans, Undercut-Frise zurecht gerückt und ab unter die Meute. Naja. Die Transformation von einer Dancing-Choose-Band zu einer auch abseits der Clubs funktionierenden Band ist irgendwie missglückt, was vielleicht auch daran liegen mag, dass man wirklich nicht so richtig weiß, wohin We Have Band mit "Ternion" genau wollen. Für den Tanzflur ist es zu wenig greifbar, für die elaborierte Kopfhörer-Rezeption zu konkret und nichtssagend. Nicht mies, nur fürchterlich egal. Und Egal-Sein kann ja wirklich kein Ziel sein.

Dennoch gibt es sie, die Momente, in denen We Have Band über ihren Schatten springen und für gute Unterhaltung sorgen: die tropische Stimmung in "After all" oder das stoische "Tired of running" sollten an dieser Stelle genannt werden. Hier hinterlässt das Trio eine Ahnung davon, in welche Richtung dieser Zweitling hätte gehen können. Dass man aber ebenso mit stumpfen Tracks wie dem auf Elektrokrawall gebürsteten "Steel in the groove" Vorlieb nehmen muss, ist eben die Kehrseite der Medaille. Unter dem Strich steht ein zerfasertes, indifferentes zweites Album, welches mit speziellem Nachdruck viele Fragezeichen hinterlässt. Mit "Ternion" entwickelt sich die Band womöglich zum ewigen Talent britischen Electro-Pops. Ohne bemerkenswerte Torgefahr. Lars Ricken gefällt das.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Where are your people?
  • Tired of running

Tracklist

  1. Shift
  2. After all
  3. Where are your people?
  4. Visionary
  5. What's mine, what's yours
  6. Steel in the groove
  7. Tired of running
  8. Watertight
  9. Rivers of blood
  10. Pressure on

Gesamtspielzeit: 43:56 min.

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