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Dakota Suite - The way I am sick

Dakota Suite - The way I am sick

Glitterhouse / Indigo
VÖ: 11.03.2002

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Cinema dolorosa

Ein wenig nostalgisch wird es einem schon um die Nase, wenn man das leise Knistern des Zelluloids hört, das sich durch den Projektor windet und ein grobkörniges Schwarzweißbild auf der Leinwand hinterläßt. Im Flackern sieht man undeutlich ein paar Menschen zäh und langsam umherirren. Vermutlich sind sie auf der Suche nach jemandem, den sie lieben, geliebt haben oder lieben möchten. Man kennt die Filme dieser europäischen Regisseure ja. Immer ein wenig traurig, immer höchst romantisch und nie wirklich befriedigend - es sei denn, man freut sich auf mulmige Melancholie.

Als Dakota Suites Chris Hooson seinem Label erklärte, daß es ihnen nach einem klassisch ausgerichteten Alben sei, brauchte man nicht lange zu debattieren. Schon zu ihren hochkarätigen Schwermütern wie "Songs from a barbed wire fence", "Alone with everybody" oder "Signal hill" senkten die Zuhörer fast zwangsläufig den Kopf. Was anderes als ein zustimmendes Nicken sollten diese Gesten wohl bedeuten?

Hooson jedenfalls hatte einen Plan. Ein gewisser Elliot Sturdy nämlich hatte ihm ein paar Zeilen zukommen lassen, die ihn zutiefst bewegten. "The way I feel too much / Is the way that I am sick" prangte mittendrin. Dieses Gedicht, das dem zweigeteilten, orchestralen Epos der Dakota Suite dem Titel geben sollte, atmete Kummer und Resignation. Genau die Luft also, die seine Band zum Atmen braucht. Und diese Atmosphäre verlangte nach breitwandiger Inszenierung.

Flugs scharte er seine Weggefährten um ein Piano und schuf mit ihnen Bilder voller Trauer, musikalische Zeichnungen von Tränen und Sorgenfalten. Strenge Pinselführung und bleischwere Stimmungen bestimmen das Bild. Ein Meer voller Moll. Wasser sammelt sich in den Augen der Streicher. Aus kummervollen Klavierkadenzen steigen bewegende Bilder auf. Schweigsames Kopfkino für die Stunden am Abgrund. Das Knistern des Zelluloids vermischt sich mit einem sachten Schluchzen. Wem Beerdigungen zu fröhlich sind, wird sich bei "Falling apart I" oder "The emptied ocean" wohl fühlen. Regisseur Hooson läßt seine Finger bedächtig über schwarzgewandte Tasten gleiten. Und auf der Leinwand greift eine schwarzweiße Figur nach dem Taschentuch.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The way I am sick
  • Falling apart I
  • The emptied ocean
  • Episode

Tracklist

  • CD 1
    1. The way I am sick
    2. My awakening
    3. Falling apart I
    4. The emptied ocean
    5. Just below the surface
    6. Lesseps (For strings)
    7. Before she was on her own
    8. Black river falls
    9. Falling apart II
  • CD 2
    1. Your vigour for life appals me (Part 1)
    2. One for the shoeshine man
    3. Loss
    4. About when we met
    5. Lesseps (Original version)
    6. To have wondered (1943-1996)
    7. December 8th, 1980
    8. Episode
    9. I turned away so I might not see
    10. Bereavement and loss

Gesamtspielzeit: 62:31 min.

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