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Kraftklub - Mit K

Kraftklub - Mit K

Vertigo / Universal
VÖ: 20.01.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Das Prinzip Billy

Das ist doch alles geklaut! Verdammt! Kraftklub, fünf Jungs aus Chemnitz, machen quasi die abgepauste Version von den Hives - Schnauzer, Uniformierung und Gitarrensound inklusive. Vielleicht die einzige Sensation dieses sensationsarmen Aufstiegs: Das hier soll Rap sein. Oder zumindest irgendwas damit zu tun haben. Nach Cro und Chiddy Bang wundert es einen zwar wenig, was da so innerhalb dieser Kategorisierung durchgereicht wird, doch Kraftklub sprengen mit ihrem Debüt "Mit K" diese Spanne endgültig. Macht aber nichts, nur die ganze Sache marktkompatibler - Auftritt beim Bundesvision Song Contest inklusive einer Platzierung zwischen eins und achtzehn. Sagenhaft, oder? Aber was bleibt einer jungen Band wie Kraftklub auch anderes übrig, als im Nebel, der sich deutschsprachiger Indie-Pop nennt, zu stochern. Spielt sich im Prinzip nur zwischen 1Live und Stefan Raab ab. Tut ja keinem weh.

Denn auch wenn Kraftklub die meisten Tracks roh eingespielt haben, am Ende wurde doch ordentlich gehobelt. Der Sound ist dabei so klar wie die Sprite im Sportlerheim."Ritalin/Medikinet" macht ordentlich Spaß und bei dem Stinkefinger Richtung Hauptstadt "Ich will nicht nach Berlin" ist man auch vorne mit dabei. Die Verweigerung melodiös zu singen birgt dann vielleicht auch das Geheimnis, aus dem sich der Rap speisen soll. Auf den Eindruck, den Kraftklub damit machen, wird natürlich auch ordentlich geschissen. Schon in der ersten Runde von "Eure Mädchen" kommt die passende Ansage dazu: "Wir sind nicht Tocotronic und wir sind auch nicht die Sterne." Hätte es vielleicht nicht gebraucht, aber gut, dass es mal jemand anspricht. Die Grenzen müssen wenigstens ein wenig abgesteckt sein - und seien es nur die zum schlechten Geschmack. Großmäulig ist das dennoch, denn nach der ersten Hälfte der Platte geht ihr die Luft aus.

Der ein oder andere Stampfer bleibt drin, wie etwa "Scheissindiedisko". Doch da, wo die Hives durch ihren Anspruch, die Weltherrschaft an sich zu reißen, punkten, ist bei Kraftklub nur die Pose erkennbar. Klar - Alkohol, Nikotin, Schlaflosigkeit: "Mein Leben ist nicht cool, mein Leben ist ein Arschloch." Selbstmitleid? Aber nicht doch. Lieber das nächste Riff. Die alberne Nummer - Kraftklub betreiben sie mit der Ernsthaftigkeit und dem Gewissen des Finanzamtes. Der doppelte Boden könnte auch nur eine weitere Falltür sein, die einen mehr süchteln lässt nach Bewegung mit Kraftklub auf den Ohren. Und die ganzen Slogans passen genauso auf ein Shirt wie etwa die Weisheiten Spilkers. Nur darüber trägt man eben College- statt Trainingsjacke. "Denn bei uns klauen alle dieser schwedischen Bands." Die Einrichtung muss hier eben nicht originell sein, sondern nur praktisch und einfach. Dafür müssen die Schrauben allerdings eher zu fest als zu locker sitzen.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Ich will nicht nach Berlin
  • Songs für Liam
  • Wieder Winter

Tracklist

  1. Eure Mädchen
  2. Ritalin/Medikinet
  3. Ich will nicht nach Berlin
  4. Liebe
  5. Melancholie
  6. Karl-Marx-Stadt
  7. Songs für Liam
  8. Kein Liebeslied
  9. Lieblingsband (Oh yeah)
  10. Mein Leben
  11. Scheissindiedisko
  12. Zu jung
  13. Wieder Winter

Gesamtspielzeit: 43:45 min.

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