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Chairlift - Something

Chairlift - Something

Kanine / Sony
VÖ: 27.01.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Gefrorene Erdbeeren

Chairlift? Wer war denn nochmal Chairlift? Ach ja! Die von "Bruises". Damals, in der iPod-Werbung. Mit dem niedlichen Text um blaue Flecken und gefrorene Erdbeeren, um die Knie zu kühlen. Wer es schafft, seine Musik in den Hintergrund eines TV-Spots zu bringen, in dem angebissene Äpfel durch die Gegend hüpfen, kann sich damit den Aufwand einer riesigen Promotion-Kampagne sparen. Denn "Bruises" war nicht der erste Song, der es nach einem solchen Auftritt in die Hot Rotation sämtlicher Pop-Radiosender schaffte. Er sollte aber der einzige bleiben, der vom Chairlift-Debüt "Does you inspire you" größere Bekanntheit erlangte. Schnell wurde es wieder still um die 80er-Liebhaber aus Brooklyn. Nachdem Gitarrist Aaron Pfenning den musikalischen Sessellift verließ und ihn damit erneut zum Zweisitzer machte, erscheint nun ein zweiter Longplayer, der dem Stil des Erstlings treu bleibt, es allerdings nicht schafft, einen "Bruises"-ähnlichen Hit abzuliefern. Denn so haushoch herausstechen mag keiner der Songs auf "Something".

Als "25th-century folktronica" haben Chairlift ihren Sound selbst einmal beschrieben. Dass Folk trotz regelmäßiger Revivals bisher nicht unbedingt als Zukunftsmusik gehandelt wird, stört nicht. Sollte es im 25. Jahrhundert einen solchen Stil geben, wird er wohl klingen wie "Something". Wobei, was die Instrumentierung betrifft, "tronica" der wichtigere Teil des Wortes ist. Synthieflächen, so weit wie eine Wüste, in der man vom Rücken seines Kamels bestaunen kann, wie sich knallbunte Fata Morganas zum Beat bewegen. Chairlift versuchen, die 80er in jene Zukunft zu bringen, wobei sie sich zwischen diesen Zeiten, im Hier und Jetzt, manchmal in euphorischen Träumereien verlieren. Wenn es dann aber wieder ein Song schafft, die Sache auf den Punkt zu bringen, wird das Duo zum energiegeladenen Retro-Raumschiff.

"Sidewalk safari" etwa ist in der Tat ein perfekte Opener, der über einem treibenden Beat kurze, aber eindrucksvolle Blicke in all die Regionen wirft, die es in den folgenden Minuten zu erkunden gilt. "Take it out on me" schraubt ein Ohrwurm-Keyboardpattern hinter eine unwiderstehliche Hook. Und so sanft wie Caroline Polachek in "Cool as a fire" "Nothing ever lasts forever" ins Mikro haucht, vergeht jede Trauer über die beschriebene Vergänglichkeit schnell. Wenn's irgendwo schmerzt, helfen im Zweifel wieder gefrorene Erdbeeren. Süß und kühl.

(Konrad Spremberg)

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Highlights

  • Sidewalk safari
  • Amanaemonesia
  • Met before

Tracklist

  1. Sidewalk safari
  2. Wrong opinion
  3. I belong in your arms
  4. Take it out on me
  5. Ghost tonight
  6. Cool as a fire
  7. Amanaemonesia
  8. Met before
  9. Frigid spring
  10. Turning
  11. Guilty as charged

Gesamtspielzeit: 41:33 min.

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