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The Cure - Bestival live 2011

The Cure - Bestival live 2011

Lost / Sunday Best / PIAS / Rough Trade
VÖ: 02.12.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Alter vor Schönheit

The Cure werden nicht jünger. Gleiches gilt für ihre Anhänger. Gewiss keine überraschende Feststellung. Irgendwann wird es soweit sein: Die Hörer müssen ihren Zwieback leiser in den Kaffee stippen, wenn eine der alten, knacksenden Platten läuft, und ein guter Schluck Vita Buerlecithin ist vonnöten, damit die vernebelten Düsternächte in der Wave-Disco nicht in Vergessenheit geraten. Und der eine oder andere räkelt sich womöglich jetzt schon mit Bauchansatz auf der Couch, schwelgt zu VHS-Konzertmitschnitten in Erinnerungen und sinniert - ob wohl auch Robert Smith nach Vollendung des 50. Lebensjahres dem ihm seit Jahrzehnten anhaftenden Spitznamen "Fat Bob" immer mehr Ehre macht? Immerhin legt er mit seinen Musikern auch über 30 Jahre nach Gründung immer noch eine enorme Kondition an den Tag.

Fast zweieinhalb Stunden dauerte nämlich der Headliner-Auftritt beim liebenswerten Bestival-Open-Air auf der britischen Isle Of Wight. Im Grunde Zeit genug für einen repräsentativen Querschnitt durch die an Höhepunkten nicht eben arme Cure-Karriere - nur sollte man so etwas besser nicht erwarten von einer Band, die sich zusehends darauf verlegt, komplette Trilogien klassischer Alben aufzuführen. Und auch wenn es sich hier um die x-te Kopplung bekannten Materials handelt, gibt es erneut keine Werkschau, die das komplette Schaffen von The Cure umfasst. Dafür aber zwei schwer bepackte CDs, die dokumentieren, dass die Briten nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre Schwächen kennen - und letztere darum fast komplett unter den Tisch fallen lassen.

Nur sechs von 32 Songs entstammen Platten, die ab den neunziger Jahren erschienen sind - und wiederum die Hälfte davon "Wish", das mit "Friday I'm in love" 1992 den letzten Evergreen der Bandgeschichte enthielt. Auf den späteren Alben gaben sich The Cure sperriger und unbequemer - davon kann man nun halten, was man will, doch die schwarzbunten Massen elektrisiert man so nicht. Anders sieht es auf "Bestival live 2011" aus: Hauptsächlich geht es schwungvoll und jauchzend-betrübt durch die Phase von 1979 bis 1989, an deren Ende der melancholische Shoegaze-Monolith "Disintegration" stand. Der rührend bombastische "Plainsong" eröffnet, "Fascination street" legt bassig kickend nach, der drollige Horror "Lullaby" und der hypnotische Titelsong zockeln hinterher. Nicht dass noch jemand behauptet, er habe nichts von diesem Klassiker gewusst.

Dass es weitere Klassiker im Minutentakt gibt, versteht sich von selbst - wichtiger ist, dass The Cure ihre Songs auch nach Jahrzehnten nie ihrer Würde berauben und auch die winzigsten Details so präzise und fidel einflechten, als wären sie immer noch gefühlige kleine Schwarzkittel, die insgeheim aber viel lieber die Sonne als den Mond anheulen würden. Köstlich das spitzfindige Klaviersolo in "Just like Heaven", von hüpfender Euphorie das sich gegen Ende überschlagende Riffing von "Friday I'm in love" - den zweiten Zugabenblock mit den Hits aus "Boys don't cry"-Tagen hätte es beinahe gar nicht mehr gebraucht. Sogar gelegentliche Kurzatmigkeit bis Lustlosigkeit beim Gesang sei Smith verziehen, zumal die Sache mit der Plauze ja nicht eindeutig geklärt ist. Hauptsache jedoch: The Cure haben alles, was man braucht. Was sie nicht haben, braucht man auch nicht.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Plainsong
  • A night like this
  • Just like Heaven
  • Push
  • A forest
  • One hundred years
  • Disintegration
  • Killing another

Tracklist

  • CD 1
    1. Plainsong
    2. Open
    3. Fascination street
    4. A night like this
    5. The end of the world
    6. Lovesong
    7. Just like Heaven
    8. The only one
    9. The walk
    10. Push
    11. Friday I'm in love
    12. Inbetween days
    13. Play for today
    14. A forest
    15. Primary
    16. Shake dog shake
  • CD 2
    1. The hungry ghost
    2. One hundred years
    3. End
    4. Disintegration
    5. Lullaby
    6. The lovecats
    7. The caterpillar
    8. Close to me
    9. Hot hot hot!!!
    10. Let's go to bed
    11. Why can't I be you?
    12. Boys don't cry
    13. Jumping someone else's train
    14. Grinding halt
    15. 10:15 Saturday night
    16. Killing another

Gesamtspielzeit: 142:55 min.

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