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Gary Numan - Dead son rising

Gary Numan - Dead son rising

Mortal / Cargo
VÖ: 28.10.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

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Zappenduster

Seit über dreißig Jahren wandelt Gary Numan durch die Popkultur, mal mehr, mal weniger beachtet. Doch während sich andere Künstler gemütlich auf ihren Landsitz zurückziehen und milde an die eigene Jugend denken, hat Numan noch immer Hummeln im Hintern. Dabei: Wer hätte es mehr verdient, sich mit stolzem Kopfnicken und größter Gelassenheit aus dem Karussell zu verabschieden? Als Numan Ende der 1970er, kaum zwanzig Jahre alt, mit Tubeway Army und Hits wie "Are friends electric" oder "Down in the park" die britischen Charts erklomm, war das schon groß. "Cars" dann, noch größer, ein Welthit. Und auch die Alben jener Zeit wurden zu Meilensteinen des New Wave: schillernd-düstere Vorreiter harter Synthie-Wände und nicht zuletzt Veröffentlichungen, die als Referenz unzähliger Künstler dienten. Mit "Dead son rising" bewegt sich Numan nun wieder in seinen Zwanzigern - wenn man so will.

Denn versteht man "Dead son rising" als langsamen Abschied, und zwar vom Ältersein ebenso wie vom Älterwerden, so macht auch die Idee dieser Platte - eben Numans zwanzigster - auf einmal mehr Sinn: "It's grown into another animal, something more experimental.", äußerte dieser sich jüngst zum neuen Werk. Der Schritt zurück zum Experimentellen also. Sound-Pionier wird Numan mit "Dead son rising" dennoch eher nicht. Das wird bereits mit "Resurrection" deutlich: Scheinbar aus dem Nichts bahnt sich eine finstere Figur heran, die sich im Staub einer verlassenen Welt suhlt, bedrohlich wirken will und bei jedem Schritt den Boden erzittern lässt. Vertonte Instrumental-Dystopie, die ein bisschen wach macht, aber auch ein bisschen anstrengt.

"Big noise transmission" setzt den Gedanken vom Opener fort, führt ihn jedoch in eine etwas absurde Härte, wirkt überlastet und klingt wie ein Systemabsturz mit anschließender Gewalttat. Besser wird es mit "Dead sun rising", das in seinem pulsierenden Beat ebenfalls schwer, aber karger und eher als Gary-Numan-Track erkennbar ist - was nicht zuletzt an den bekannten, aufheulenden Synthesizern liegen mag. "Not the love we dream of" läutet die etwas besinnlichere Hälfte ein. "Will you ever call my name by mistake? / Did you ever cry yourself to sleep?", besingt Numan diese emotionale Talfahrt, umrahmt von Piano, eisig-schönen Soundflächen, inklusive Instrumental-Version als Schlussakt.

Langes Verweilen im Herzschmerz ist indes nicht drin: "The fall" klingt, als sitze Numan in einem Bulldozer, Kurs auf Vernichtung. Das ist dann irgendwie stark, im Kontrast jedoch leicht unangenehm. "We are lost", "For the rest of my life (reprise)" und "Into battle" spielen zum Ende glücklicherweise in einer anderen Dimension. Auf ihre Weise alle sonderbar geisterhaft, mit entrückt-unheimlichem Hall, der Schlimmes anzukündigen droht, oder hübschem Klavierspiel, das ein undefinierbares Wesen aus dem Moor beschwört. Dieses stapft dann zwar "Into battle", wirkt dabei aber ungleich traurig, verzweifelt gar. In den letzten Klängen von "Dead son rising" ist man versöhnt, blickt aber auch auf ein Album zurück, welches sich nur schwer greifen lässt. Streckenweise sehr toll, dann wieder, seltsam grundlos, über den Rand geschossen. Und da Numan bereits überfleißig am Nachfolger "Splinter" arbeitet, lässt sich festhalten: Die Waage zwischen Ältersein und Älterwerden macht oft genug genauso Panik wie Numan auf "Dead son rising".

(Carolin Weidner)

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Highlights

  • Not the love we dream of
  • For the rest of my life (Reprise)

Tracklist

  1. Resurrection
  2. Big noise transmission
  3. Dead sun rising
  4. When the sky bleeds he will come
  5. For the rest of my life
  6. Not the love we dream of
  7. The fall
  8. We are lost
  9. For the rest of my life (Reprise)
  10. Into battle
  11. Not the love we dream of (Piano version)

Gesamtspielzeit: 53:00 min.

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