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Thrice - Major/Minor

Thrice - Major/Minor

Vagrant / Al!ve
VÖ: 23.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Final destination

Es ist gut möglich, dass die Band Thrice demnächst mit ein paar ihrer Fans mal wieder Probleme bekommen wird. Probleme mit Fans sind Thrice gewohnt, denn zum Teil radikale Stilwechsel vollzogen sie bisher pünktlich zum Wechsel der Legislaturperiode. Dieses Mal sieht es ganz anders aus. Zwei Winter nach ihrer letzten Platte "Beggars" haben Thrice bei den Demoaufnahmen zum Nachfolge-Album ihre Pralinenschachtel-Taktik eingemottet. Statt zu proben, was sie vorher so noch nie geprobt hatten, haben sie einfach ein paar neue Songs geschrieben. Am Ende der Produktionskette aus Demoaufnahme, Aussortierungsprozess und Studiobesuch steht mit "Major/Minor" das erste Thrice-Album seit Ewigkeiten, in dem nach dem Auspacken fast genau das drinsteckt, was man vor dem Auspacken erwartet hat: neue Songs in weitgehend bekanntem Sound - es sind übrigens nicht die schlechtesten.

Thrice waren lange rastlos. Jetzt scheint es so, als wären sie angekommen. Vier Minuten meditiert Sänger Dustin Kensrue in einem Song namens "Call it in the air" über Entscheidungen, die man im Leben trifft - und solche, die man das Leben treffen lässt. Die wichtigste Entscheidung in ihrer Bandgeschichte, zumindest ihrer neuen Platte, haben Thrice am Schlafittchen gepackt und selbst getroffen. Ihre Folgen sind spürbar, hörbar und nachvollziehbar, alleine in diesem einen kleinen Song voller großer Bilder: "Your life is a coin in the air / It will come down somewhere", singt Kensrue in besagtem "Call it in the air". Schlagzeuger Riley Breckenridge muss den Angekommenen fast durch seine Verse jagen, damit er es bis ans Songende schafft, Gitarrist Teppei Teranishi zieht mit Plektrum ein paar Schnörkel drumherum.

Richtig gehetzt wirken Thrice dabei nur in den Ausläufern der Nummer - "Call it in the air" ist damit eine Blaupause für "Major/Minor". Kurz bevor Thrice in die Bridge einlenken, Songmitte mit Songende verknüpfen, holt Breckenrdige für seinen Einsatz an den Sticks aus - und trommelt los. Das ist mehr als eine Momentaufnahme einer Platte: Es ist das Zeitdokument einer Band, die für Außenstehende oft so wirken musste, als wisse sie heute nie, wo sie morgen genau hin will. Als sich Thrice spätestens mit ihren letzten Platten über die Zielgruppe ihrer alten Screamo-Klientel hinaus als ernsthafte Songwriter etabliert hatten, muss es irgendwann "Klick" gemacht haben.

Anders lässt sich alleine der Einstieg in "Major/Minor" nicht erklären. Während Thrice früher auf auf einzelnen Alben Gangart, Spielstil und Lautstärke zwischen den Songs gerne durchwechselten wie Felix Magath seine Startelf, reihen Thrice einen geerdeten Rocksong an den nächsten. Über weite Strecken ist "Major/Minor" eine gediegene Riffstudie, die "Beggars" mit seinen Tom-Waits-Ausbrüchen rückblickend fast wie eine Experimental-Platte erscheinen lässt. Erst hintenrum, ab etwa "Words in the water", ziehen Thrice blank und dehnen Melodien über sechs Minuten inklusive Kammerzwischenspiel auf eine Weise, wie man es von ihnen so noch nie gehört hat. Selbst wenn es mit Fans der Pralinenschachtel-Taktik Probleme geben sollte: Für genug Spannung haben Thrice trotzdem gesorgt.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Call it in the air
  • Disarmed

Tracklist

  1. Yellow Belly
  2. Promises
  3. Blinded
  4. Cataracts
  5. Call it in the air
  6. Treading paper
  7. Blur
  8. Words in the water
  9. Listen through Me
  10. Anthology
  11. Disarmed

Gesamtspielzeit: 49:33 min.

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