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Blink 182 - Neighborhoods

Blink 182 - Neighborhoods

Interscope / Universal
VÖ: 23.09.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Verdammt lang her

Blink 182 haben ihre Fans lange warten lassen. Acht Jahre, um genau zu sein. Doch der Reihe nach: Wir beginnen im Jahr 2003. Kurz nachdem das einstige Kaugummi-Punk-Trio mit einem selbstbetitelten, überraschend ernsthaften und nebenbei großartigen Album einen Neuanfang geschafft hatte, kam es zum Bruch. Jahrelang hingen böse Worte zwischen Mark Hoppus und Tom DeLonge in der Luft, und keiner hatte Interesse an einer Klärung. Zwei Drittel verdingten sich in +44, während sich DeLonge mit Angels & Airwaves in Stellung brachte. Erst ein Flugzeugabsturz, der Drummer Travis Barker fast das Leben gekostet hätte, brachte die Streithähne wieder an einen Tisch beziehungsweise ein Krankenhausbett. Fast zwei Jahre werkelten Blink 182 seitdem an einem neuen Album, auf das eine plötzlich völlig neue Fanschicht gespannt wartete. Doch was macht die Band dann, nach all der Warterei? Serviert einem erst einmal ein Cover, das gelinde gesagt eine Frechheit ist.

Ja doch: Was aussieht wie der Erstversuch einer Zehnjährigen an Papas Microsoft Paint, ist tatsächlich das Artwork zu "Neighborhoods", dem lange erwarteten Comeback. Ein Witz? Eine verlorene Wette? Egal, denn nur Lothar Matthäus kann es sich leisten, rein nach Äußerlichkeiten zu urteilen. Ignorieren wir also das Cover, denn zu ihren Anfängen zurückentwickelt haben sich Blink 182 keineswegs - die Musik auf "Neighborhoods" setzt den Trend des Vorgängers fort. Zumindest was den ernsten und melancholischen Grundton angeht. Die Experimentierfreude hingegen hat das Trio im Vergleich zum gefeierten Vorgänger ein Stück zurückgeschraubt. Ein düsteres Duett mit Robert Smith sucht man hier vergeblich, und generell ist alles ein wenig geradliniger. Trotzdem dürfte der Opener "Ghost on the dance floor" mit treibendem Disco-Punk die ein oder andere Augenbraue nach oben zwingen. So tanzbar und gleichzeitig episch hat man Blink 182 noch nie gehört.

Schade, dass DeLonges auf Dauer anstrengendes Genöle die Freude ein wenig trübt. Auch "Natives" schöpft sein Hit-Potenzial nicht voll aus, dies gelingt erst der Vorabsingle "Up all night". Die beiden Frontmänner teilen sich den Gesang, das dicke Gitarrenriff sitzt, der Refrain wackelt und hat Luft. Blink 182 haben spätestens hier ihre Formel gefunden. Klar weichen sie manchmal ab, grüßen im fetzigen "Heart's all gone" ihre Punk-Vergangenheit oder stolpern bei "Love is dangerous" in den Indie-Pop-Sumpf. Doch die meiste Zeit stehen die Amerikaner auf einem Fundament, das zu gleichen Teilen aus Alternative-Rock, Indie und einer Spur Emo gegossen ist. Sieht man von den erwähnten Ausnahmen ab, agieren Blink 182 auf Albumlänge sehr souverän und stellen mit "Wishing well" sogar nochmal einen richtigen Kracher auf die Beine. Doch ein leicht fader Beigeschmack bleibt. Mit ein wenig mehr Risikofreude hätte "Neighborhoods" ein ähnlich großer Wurf wie der selbstbetitelte Vorgänger werden können. Doch diesmal haben Blink 182 ihre Grenzen nur ausgelotet, anstatt sie zu sprengen. Nach acht Jahren hätte es auch ein wenig mehr sein dürfen.

(Mark Read)

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Highlights

  • Up all night
  • Heart's all gone
  • Wishing well

Tracklist

  1. Ghost on the dance floor
  2. Natives
  3. Up all night
  4. After midnight
  5. Heart's all gone
  6. Wishing well
  7. Kaleidoscope
  8. This is home
  9. MH 4.18.2011
  10. Love is dangerous

Gesamtspielzeit: 36:04 min.

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