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Glen Campbell - Ghost on the canvas

Glen Campbell - Ghost on the canvas

Surfdog / Neo / Sony
VÖ: 02.09.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Wie im Film

Frank Sinatra: "Strangers in the night". Elvis Presley: "Viva Las Vegas". Dean Martin: "Everybody loves somebody". The Beach Boys: "Good vibrations". Ricky Nelson: "Hello Mary Lou". The Righteous Brothers: "You've lost that lovin' feelin'". Was sich wie die Playlist einer nostalgischen Single-Party für Senioren liest, ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt des Schaffens von Glen Campbell. Als junger Bursche verließ er sein Heimatstädtchen in Arkansas, heuerte in Los Angeles als Studiomusiker an und spielte schließlich auf all diesen legendären Songs Gitarre. 1965 ging er mit den Beach Boys auf Tour, ersetzte den gerade unpässlichen Brian Wilson und begann schließlich eine Karriere als Solokünstler. "Galveston", "By the time I get to Phoenix" und "Wichita lineman", allesamt aus der Feder des jungen Songwriters Jimmy Webb, bescherten Campbell innerhalb kürzester Zeit nicht nur große Erfolge, sondern auch mehrere Grammy-Awards. Sein letzter Hit, "Rhinestone cowboy", ist allerdings schon 35 Jahre her.

"I've tried and I have failed, Lord / I've won and I have lost" sind die ersten Worte auf Campbells neuem Album "Ghost on the canvas", das gleichzeitig sein letztes sein wird. 75 ist er mittlerweile und gesundheitlich angeschlagen, aber musikalisch nach wie vor auf der Höhe: Alleine das souveräne Fingerpicking im Opener "A better place" sollte Beweis genug sein. Gemeinsam mit Produzent Julian Raymond schrieb er eine Handvoll neuer Lieder, zudem stellten einige Kollegen und Weggefährten ihre Songs zur Verfügung. Campbell interpretiert "Nothing but the whole wide world" von Jakob Dylan ganz wunderbar, ebenso die ergreifende, pianoverzierte Durchhalte-Hymne "Hold on hope" von Robert Pollard (Guided By Voices) und Teddy Thompsons beschwingtes "In my arms" - mit Gitarrensoli von Chris Isaak, Dick Dale und Brian Setzer. Im beatlesken "There's no me...without you" greifen dann auch noch Billy Corgan und Cheap Tricks Rick Nielsen in die Saiten.

Der Titeltrack "Ghost on the canvas", eine himmelhohe Country-Ballade mit schwelgerischen Streichern, stammt aus der Feder von Paul Westerberg und hätte es verdient, Campbells allerletzter großer Hit zu werden. "I've lived at least a thousand lifetimes", resümiert er zu Recht, und weil sein Leben nun wirklich einem Drehbuch entsprungen sein könnte, wurden zwischen die zehn Lieder sechs kurze, cineastische Instrumentals von Roger Joseph Manning Jr. (Jellyfish) eingestreut. "May 21st, 1969" erinnert an die Erstausstrahlung der legendären TV-Show "The Glen Campbell Goodtime Hour", und "Wild and waste" könnte aus dem Western "True grit" stammen, zu dem Campbell nicht nur den Soundtrack beisteuerte, sondern in dem er an der Seite von John Wayne auch mitspielte. Dass im erstaunlich modern klingenden, in Richtung Indierock schielenden "Strong" die Dandy Warhols mitmischen, würde man zwar nicht unbedingt erraten, aber eigentlich hat Campbell das ganze Namedropping sowieso nicht nötig. Seine Stimme, irgendwo zwischen toughem Cowboy und sehnsüchtigem Kavalier, ist und bleibt eine Größe für sich.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Ghost on the canvas
  • In my arms
  • Nothing but the whole wide world
  • Hold on hope

Tracklist

  1. A better place
  2. Ghost on the canvas
  3. The Billston crossroads
  4. A thousand lifetimes
  5. It's your amazing grace
  6. Second street north
  7. In my arms
  8. May 21st, 1969
  9. Nothing but the whole wide world
  10. Wild and waste
  11. Hold on hope
  12. Valley of the son
  13. Any trouble
  14. Strong
  15. The rest is silence
  16. There's no me...without you

Gesamtspielzeit: 42:10 min.