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Jay-Z & Kanye West - Watch the throne

Jay-Z & Kanye West - Watch the throne

Roc-A-Fella / Def Jam / Universal
VÖ: 12.08.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Sinn und Swag

Immerhin brennt Rom nicht. Aber vermutlich nur aus Zeitgründen. Kaum waren nur noch die letzten Kleinigkeiten an dem Großprojekt "My beautiful dark twisted fantasy" zu regeln, brachte Kanye West dem Rest der Menschheit die frohe Mär von seiner Zusammenarbeit mit Jay-Z. Nicht einmal ein Jahr später kommt "Watch the throne" raus. Dass es Jay-Z und West nicht an Selbstbewusstsein mangelt, das so durchzuziehen, hat hoffentlich nie wer bezweifelt. Thronanspruch im US-Rap haben sowieso nur die beiden. Alle, die nach dem Stuhl greifen, sind es nicht wert, und alle, die es wert sind, greifen nicht nach ihm. So what?

Schließlich braucht es auch Eier so dick wie Melonen, um Brötchen wie "Watch the throne" zu backen. Dabei explodiert die Platte nicht mal im Ansatz wie "My beautiful dark twisted fantasy". Kein Track sprengt mit seinem Bombast die Aufnahmefähigkeit des Hörers wie etwa Wests "Monster". Dabei entspringen die Beats alle einer Vielzahl an Producern, auch wenn Jay-Z und Kanye überall reingelangt haben. "Lift off" bleibt noch auf seinen ranzigen Synthie-Fanfaren hängen. Die dicke Schlagseite bekommt das Teil erst durch Beyoncé. Dabei kann selbst sie aus dem Track kein Gefühl wringen. Im Hintergrund zimmerten noch Q-Tip, Pharrell und Seal mit. Trotzdem ist "Lift off" nichts und vor allem total egal. Auch "Otis" erkaltet ziemlich flott; obwohl der Track brodeln müsste. Die Samples stammen immerhin von Otis Redding und James Brown. Dafür knackt Frank Ocean mit jedem seiner Auftritte die Büchse, in die sich "Watch the throne" mit seiner Selbstüberschätzung flüchtet: Auf "Made in America" fließen alle Elemente perfekt zusammen und auch "No church in the wild" streift an der Innovation vorbei. Vielleicht braucht es einfach eben eine dritte Stimme, die sich durchsetzen kann und weitere Akzente setzt, damit West und Jay-Z sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Mit jeder verstreichenden Minute ohne deutlich andere Akzente ziehen sich Jay-Z und West mehr und mehr auf ihre Überlegenheit zurück. "Ni**as in Paris" plustert sich ordentlich auf, doch die Luft reicht nicht für die komplette Platte. Ohne Grenzen, ohne Herausforderung verpuffen die Tracks, als ob ihre elementaren Bestandteile Mentos und Cola wären. "Who can stop" ballert zwar über einen ordentlichen Beat, aber die inhaltliche Leere der Lyrics erreicht da ihren Höhepunkt. Auch technisch gehen die meisten Reime nicht mal runter wie Halbfettmagarine. Das liegt vor allem oft an dem steifen Flow von Jay-Z. West nimmt "That's my b**ch" ordentlich mit, bevor Jay-Z die Nummer erst einmal wieder ausbremst. Viele Dinge passieren auf "Watch the throne" eben zu einfach. Samples sind lieblos montiert wie etwa "Feeling good" von Nina Simone, dessen Gesangsspur autotunisiert wird. Alles spielt den beiden in die Hände, doch die Chance greifen sie zu selten. West und Jay-Z können sich aber auch mit einer mittelmäßigen Platte breitärschig auf den Thron fläzen. Die Blöße gibt sich kaum einer, über "Watch the throne" nicht zu klatschen. Aber "Durchschnitt" kann nicht der Anspruch dieser Herren sein. Und da können Gucci und Louie da noch so oft als Namen auftauchen: Der beiden Kaiser neue Kleider sind weder exklusiv noch exquisit.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • No church in the wild (feat. Frank Ocean)
  • Ni**as in Paris

Tracklist

  1. No church in the wild (feat. Frank Ocean)
  2. Lift off (feat. Beyoncé)
  3. Ni**as in Paris
  4. Otis (feat. Otis Redding)
  5. Gotta have it
  6. New day
  7. That's my b**ch
  8. Welcome to the jungle
  9. Who can stop me
  10. Murder to excellence
  11. Made in America (feat. Frank Ocean)
  12. Why I love you (feat. Mr. Hudson)

Gesamtspielzeit: 46:19 min.