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Beirut - The rip tide

Beirut - The rip tide

Pompeii / Indigo
VÖ: 26.08.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Der Handlungsreisende

Bislang glich das Schaffen Beiruts einer Erkundung verschiedenster Kulturen. Zach Condon segelte mit seiner Band über die Weltmeere, machte hier und da Halt und nahm Souvenirs und kleine Erinnerungsfetzen mit, die sich in Songs wie "Nantes" oder "Postcards from Italy" widerspiegelten. Dieses Prinzip ließ Condon bei all seinen Alben bis "March of the Zapotec / Realpeople: Holland" walten und zeigte sich damit facettenreich und detailverliebt. Auf seinem vierten Werk "The rip tide" kommt zum ersten Mal das Gefühl der Wiederholung auf, doch das ist nicht weiter schlimm. So ist die weite Welt nun einmal. Dinge reproduzieren sich, sind überall auf der Erde auffindbar. Musik im goldenen Schnitt.

Dabei ist "The rip tide" viel mehr als die oft postulierte Rückkehr zum Sound der fabelhaften Tour de France "The flying club cup". Für das vierte Album haben Condon und seine Combo erstmals darauf verzichtet, mit Pfeilen auf einen rotierenden Globus zu werfen. Vielmehr verfeinern sie den sehnenden, herzerweichenden Stil, auf den sich ihre Popularität gründet. Auf diesem Querschnitt durch Beiruts bisheriges Werk findet sich von allem etwas. Alles an "The rip tide" klingt vertraut, ganz so wie ein Willkommensgruß aus einer nicht bekannten Heimat. Condon wirkt in seinen jungen Jahren wie ein leutseliger Handlungsreisender, der Geschichten aus den verschiedensten Winkeln zusammenträgt und sie dann mit großer Versessenheit in wunderbaren Folkpop umsetzt.

Gleich zu Beginn startet "The rip tide" mit zwei Versprechen von unfassbarer Grazie und schlichter Schönheit. Der Opener "A candle's fire" ist ein klassisches Beirut-Stück, bei dem Condons schwelgende Stimme eine verhängnisvolle Liaison mit den tollen Bläsern und den marschierenden Drums eingeht: "Don't forget a candle's fire is only just a flame." Das folgende "Santa Fe" hätte so auch auf dem elektronisch-verspielten Teil von "March of the Zapotec / Realpeople: Holland" stattfinden können und begeistert mit dem vielseitigen Eklektizismus, der auf magische Weise alle guten Eigenschaften von Beirut verbindet. Mit dem Kopf in den Wolken, während die Zehenspitzen im sonnig-warmen Sand versinken.

"Goshen" ist eine unfassbar traurige Ballade und doch kein tiefschwarzer Trauermarsch, bei dem sich die Wortschöpfung "melancholischön" für Zeilen wie diese empfiehlt: "You're on in five, it's time you rise or fail / They've gone before, stood by your door, all day." Der Titelsong braucht zunächst eineinhalb Minuten, um aus dem Kokon zu schlüpfen, während Condon von einem einsamen Haus am Meer und seiner Verbundenheit zu den Wellen und zu Ebbe und Flut erzählt. Selbst wenn das Album gegen Ende mit der zweiminütigen Orgel-Interlude "The peacock" etwas ruhiger wird, überzeugt auch das abschließende "Port of call" mit seiner tollen Dramaturgie. Wenn der gute Mann so weitermacht, werden wir ihn weiterhin überallhin begleiten. Und sei es nur auf dem nächsten Spaziergang durch den Park.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • A candle's fire
  • Santa Fe
  • The rip tide

Tracklist

  1. A candle's fire
  2. Santa Fe
  3. East Harlem
  4. Goshen
  5. Payne's Bay
  6. The rip tide
  7. Vagabond
  8. The peacock
  9. Port of call

Gesamtspielzeit: 33:11 min.

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