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Baskery - New friends

Baskery - New friends

Blue Rose / Soulfood
VÖ: 10.06.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

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Als Papa Bondesson den Imbusschlüssel beiseite legte, war zwischen Billy-Regal und Poäng-Sesseln noch etwas Platz. Also brachte er seinen drei Töchtern eine Handvoll Instrumente bei, die ihm gerade noch zu einer Rockabilly-Band fehlten. Als The Slaptones durfte die Familie dann sogar mal mit Brian Setzer touren, und der nimmt ja außer seiner Haartolle noch längst nicht jeden mit. Die Jugend jedoch will bekanntlich weiter als in die Vergangenheit der Eltern. Also scharten sich die Schwestern um Banjo, Kontrabass und Akustikklampfe und beschlossen, gelegentlich auch mal auf den Verstärker zu treten. Aus Rockabilly wurde Cowpunk, aus den Slaptones wurde Baskery.

Dass quecksilberne Akustikgitarren auf rustikalen Vierviertel-Wumms treffen, kennt man schon von Waldschraten wie Mumford & Sons. Der schmutzige Charme des schwesterlichen Gesangs bringt jedoch noch andere Gefühle in Wallung als nur die doch etwas langweilige Nostalgie. Dabei sollte es niemand wagen, die Bondessons nur wegen ihres formschönen Daseins auf ihre Weiblichkeit zu reduzieren. "Shame on you all", säuseln sie uns gleich im Opener "Shame and dance" entgegen und entwickeln dabei eine flotte Angefressenheit. Auch die berechtigte Klage "Nobody nice" spuckt ein paar säuerliche Nanananananas aus und verzerrt dazu das Banjo. Allen voran kratzt Schwester Greta nicht nur mit Fingernägeln an den Westernsaiten, sondern auch mit ihrer Stimme im Gehör. Und wehe, wenn Stella ihren Kontrabass dazu schwingt!

Es ist bezaubernd, wie die drei Schwestern bei aller Widerborstigkeit immer wieder wunderbare Harmonien erschaffen. Und wenn Du kurz an die Dixie Chicks gedacht hast, musst Du Dir mindestens auch Friska Viljor daneben vorstellen. Wenn sie im beinahe epischen "Rivers of home" die Geigen in psychedelische Wellen auf- und abschwellen lassen oder in zarter Dreistimmigkeit über "Rotten boys" nörgeln, wird jeder Kitschverdacht mit zickiger Entschlossenheit vertrieben. Dass sie vom Rockabilly vor allem den Zug nach vorne beibehalten haben, sorgt für ordentlich Schwung in ihrer schwedischen Americana. So sorgen auch charmante Flirts mit Westcoast und Honkytonk nicht für falsche Gelassenheit.

Denn in allen dieser zehn wunderbaren Songs steckt angenehm angespannte Euphorie. "New friends" ist aufgedreht bis in die ondulierten Haarspitzen. Mal raufen sich die Damen die blonden Mähnen wegen irgendwelcher Vollidioten, mal werfen sie den hechelnden Verehrern ein süffiges "Throw a bone" vor die Füße, mal schenken sie dem Hörer trotz blutender Herzen das berührende "As simple as this". Baskery nehmen alles mit. Denn sie wissen um ihre Zerbrechlichkeit und fahren dennoch mit Vollgas durch "Mortal". Keine Zeit für Selbstmitleid.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Shame and dance
  • Rivers of home
  • Mortal
  • Beat up the blues

Tracklist

  1. Shame and dance
  2. Nobody nice
  3. The queen & drone
  4. Rivers of home
  5. Mortal
  6. Throw a bone
  7. Rotten boys
  8. Beat up the blues
  9. As simple as this
  10. Tendencies

Gesamtspielzeit: 47:01 min.