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Gang Gang Dance - Eye contact

Gang Gang Dance - Eye contact

4AD / Beggars / Indigo
VÖ: 13.05.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Mehr ist mehr

Gesehen, pardon, gehört hat man ja schon so einiges. Dass eine Band es schafft, konstant gute Alben zu veröffentlichen, ist vielleicht nicht unbedingt die Norm, aber erfreulicherweise auch nicht ganz ungewöhnlich. Dass auf einem Album eine ganze Reihe verschiedenster Instrumente, Computerklänge und mehrere Gastsänger um die Aufmerksamkeit des Hörers buhlen - geschenkt. Dass eine Band den längsten Song einer Platte ganz an den Anfang gestellt hat - bereits ein ums andere Mal vorgekommen. Was also tun, wenn es das alles schon einmal gab? Das New Yorker Kollektiv Gang Gang Dance hat für sein fünftes Album "Eye contact" die Antwort gefunden: Sie machen einfach alles auf einmal. Und sogar noch mehr.

Kenner werden sich erinnern, dass bereits der Vorgänger "Saint Dymphna" so ein musikalisches Potpourri bot, das es jetzt zu überbieten gilt. Und siehe da: Wenn man glaubt, es könne gar nicht verdrehter, chaotischer, aber auch gar nicht besser gehen, liefert "Eye contact" einen Gegenbeweis nach dem anderen. Der Opener "Glass jar", ein gewaltiges 11-Minuten-Epos, beginnt schließlich nicht umsonst mit den Worten "I can hear everything / It's everything time". Und Zeit nehmen sich Gang Gang Dance hier in der Tat: Gut fünf Minuten dauert es, bis der Song sich aufgerichtet hat und sich eine synthiegetränkte Soundmasse über das ganze Album erstreckt, zu der sich der Schlagzeugrhythmus dem Herzschlag anpasst - oder war es umgekehrt? Auch die basslastige Housenummer "MindKilla" geht vom Gehörgang direkt in tiefere Körperregionen über, während Lizzi Bougatsis' Stimme sich quengelig in ersterem festsetzt.

Fast schon herkömmlich klingen dagegen die Popnummern "Chinese high" und "Romance layers", wobei auf letzterer Hot Chips Alexis Taylor zusätzlich zum allgegenwärtigen elektronischen Einschlag für angenehmes Flair sorgt. Die Symbiose solcher Sounds aus der Dose und organischer Instrumente kommt dabei am besten auf "Sacer" zur Geltung, das dennoch nach mehr Kunststoff klingt als Pamela Anderson mit Einkaufstüte in der Hand. Aber auch hier gilt: Nicht weniger, sondern mehr ist mehr. Und so tut der Abschied mit dem geradezu euphorischen "Thru and thru" fast ein wenig weh. Filmreif geht es hier noch einmal über jede theatralische Tonkulisse, jeden musikalischen Meilenstein, jede brachiale Beatkreuzung, bis am Ende nur noch eins gesagt wird und gesagt werden muss: "Live forever".

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Glass jar
  • MindKilla
  • Thru and thru

Tracklist

  1. Glass jar
  2. ‡
  3. Adult goth
  4. Chinese high
  5. MindKilla
  6. ‡‡
  7. Romance layers
  8. Sacer
  9. ‡‡‡
  10. Thru and thru

Gesamtspielzeit: 47:55 min.

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