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Pharoahe Monch - W.A.R.

Pharoahe Monch - W.A.R.

We Are Renegade / Duck Down / Groove Attack
VÖ: 18.03.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Der Panzerknacker

Es ist in etwa so cool, wie seine Buddies ins Hello-Kitty-Freundebuch schreiben zu lassen: Auf der Kunstschule das erste Mal mit HipHop in Berührung zu kommen, funktioniert nicht gerade als der beste Street-Credibility-Nachweis, aber vermutlich macht sich Pharoahe Monch daraus sowieso wenig. Da kann man sich auch ganz gefahrlos zum Stuhlkreis mit Uni-Profs aus Princeton treffen, um mal eben ein wenig über den Schreibprozess und die neue Platte zu quatschen. Denn Pharoahe Monch will das große Ganze. Abzüge werden auf dem dritten Solo-Album nicht gemacht. Der Abflug vom Major hin zum eigenen Label W.A.R. Media passt da genauso auf den Schirm wie der düstere Empfang durch Idris Elba, der gerade noch seine letzten Worte sprechen kann, bevor ihm "Calculated amalgamation" mit breiten Drums und Streichern gegen den Karren fährt. Pharoahe Monch ist die Sache auf "W.A.R." ernst wie nie. Bis in den letzten Beat ist diese Platte abgesteckt, durchdacht und auf den Punkt gebracht

Das türmende Chor-Sample in "Evolve" verschmilzt mit seinem Rhythmus zu einem kantigen Hieb, auf den Pharoahe Monch seine Zeilen droppt. Auf "W.A.R." laufen die Dinge astrein ineinander, verknüpfen und verschmelzen. Der kleine Gospel-Brand von "Let my people go" fällt da nicht weit von den wummernden Takten von "Shine". Pharoahe Monch behält das Kommando und bleibt einer der besten Rapper, der sein Können für die gute Sache in die Waagschale wirft. Lines, so übel zugerichtet wie einmal durchmarschiert, und Wortspiele, direkt aus einem der edelsten Hirncasinos der Rapwelt. Auch die Brüder und Schwestern im Geiste laden auf "W.A.R." permanent nach. Jean Grae bombt mit ihren Zeilen so ziemlich alles weg, bevor Pharoahe Monch den Panzer knackt und Royce Da 5'9" mal eben den steifsten Vergleich aller Zeiten zündet. Immortal Technique und Vernon Reid steigen in den Bastard von Titeltrack ein, der mit Bass und Beat dem Klavier die Tastenleiste poliert. "Fuck limited freedom, nigga, we want more / The machine is corrupted down to the core." Artig lässt sich "Black hand side" von Styles P, Phonte' und einem dicken Soul-Vibe abknuspern, und auch Jill Scott setzt in den Genickbrecher "Still standing" einen weiteren Schlag rein.

Auch die saubere Produktion legt sich perfekt unter den eigenwilligen Groove, der immer mal wieder aus dem Takt kommt, um darauf nur noch fester zu drücken. Producer wie Exile und Marco Polo haben der Platte die passende Unterlage montiert und führen die Nummer hier auf ganz hohem Niveau. Nie zerfahren, sondern immer an der gleichen Zündschnur. "W.A.R." verläuft sie nicht in platten Hass, sondern wartet aus seiner eigenen Perspektive mit Ideen auf. Der akademische Elfenbeinturm liegt da längst in Trümmern, die Straße besteht nur noch aus Schlaglöchern. Pharoahe Monch bleibt über allem hier der Boss. Nie verkünstelt, nie abgehoben, sondern direkt am Boden seines Könnens. Selten schafft jemand aus dem Stand höhere Sprünge und holt so mehr Vögel aus den Köpfen der Menschen. Jeder Hörer ein neuer Renegade. Eine Platte, die endlich mal wieder das Maul aufmacht und seine Statements verteilt wie warme Schnittchen. Keine Armee aus sieben Nationen könnte "W.A.R." zurückhalten.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Calculated amalgamation
  • Evolve
  • Let my people go
  • Assassins (feat. Jean Grae & Royce Da 5'9")

Tracklist

  1. The warning (feat. Idris Elba)
  2. Calculated amalgamation
  3. Evolve
  4. W.A.R. (feat. Immortal Technique & Vernon Reid)
  5. Clap (One day) (feat. Showtyme & DJ Boogie Blind)
  6. Black hand side (feat. Styles P and Phonte')
  7. Let my people go
  8. Shine (feat. Mela Machinko)
  9. Haile Selassie karate (feat. Mr. Porter)
  10. The hitman
  11. Assassins (feat. Jean Grae & Royce da 5'9")
  12. The grand illusion (Circa 1973) (feat. Citizen Cope)
  13. Still standing (feat. Jill Scott)

Gesamtspielzeit: 47:43 min.

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