Archivsuche

Listen

Suche bei Amazon

Partnerangebote



skyscraper_free_trial


Mein BASE


www.titus.de

eXTReMe Tracker

The View - Bread and circuses

The View - Bread and circuses

1965 / Sony
VÖ: 18.03.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Manege frei

War dann wohl doch nicht so gut, die Idee. "Best lasts forever" hieß dieses Album anfangs, und wenn es ein guter Titel gewesen wäre, dann hätte er länger gehalten. Weitere wichtige Erkenntnis: Im Gegensatz zum umstrittenen letzten "Which bitch?" Album haben The View einen Gang zurückgelegt. Was sich auf dem Cover in Form von gigantischen Buchstabenwürfeln und der Band als geschminkte Clowns widerspiegelt, wird in den zwölf zum Großteil äußerst knapp betitelten Songs deutlich. Die Schotten haben eine verspieltere Seite entdeckt, lassen die Schrammelgitarren fast durchgängig in der Garage, aus der sie einst gekommen sind, und legen stattdessen eine poppigere Note in ihre Musik.

Der Opener "Grace" startet zwar durchaus riffgeladen, wartet im Refrain aber nicht nur mit mehrstimmigem Gesang, sondern auch mit Backing Vocals auf. Tatsächlich erinnert "Grace" noch am ehesten an das, was man von The View gewohnt war."Life" offenbart hingegen eine verletzlichere Seite Falconers, in der die elektronische Gitarre im Hintergrund für den einen oder anderen Effekt sorgen darf, von ihrem akustischen Cousin aber auch würdig vertreten wird. Und was ist das? Hat die Band etwa ihre Liebe für Streicher entdeckt? Fürwahr, und zum Ende hin wird Falconer sogar richtig dramatisch und schreit, allerdings nicht, wie bisher bekannt, jenseits jeder wohlklingenden Tonlage.

"Friend" führt Band und Hörer einen Schritt weiter in die neue Richtung. Textlich geht es um das vermeintliche Mädchen, mit dem Falconer die ganze Nacht gesprochen hat, die ihn aber für seinen Freund sitzen ließ. Früher hätten sie das rotzig kommentiert, auf "Bread and circuses" im Jahr 2011 allerdings entsteht daraus eine rhythmische Popnummer mit Mitsing-Refrain, garniert mit einer - hört, hört - Eingebung: "Now I can change / But I can't change yesterday." Im fröhlichen "Blondie" begegnen uns die Backing Vocals einmal mehr, xylophonartige Klänge zwingen den Hörer zum Mitklatschen, während die, wir erinnern uns, gar nicht so schrammelige Gitarre den Ton angibt. In der Vorabsingle "Sunday" wird es wieder schneller, komischerweise aber weniger radiotauglich als auf anderen Songs des Albums. Aber das heißt ja nichts schlechtes. Falconer verschluckt sich fast an seinen eigenen Worten, hektisch bewegen sich die Strophen auf den ausbrechenden Refrain zu, bis das polternde "Walls" schließlich ablöst. Stampfend geht es hier zu, fast paradeartig.

Willkommen im Zirkus Falconer, in dem alles etwas anders zugeht. Im abschließenden "Best last forever" erleben auch die Streicher einen weiteren Auftritt, und es dürfte der schönste des Albums sein. Hymnisch gibt sich die Band hier, ohne unangenehm zu sein, und so verwundert es kaum, dass sie mittendrin plötzlich die gerade erbauten Zirkuszelte abbrechen - um im Hidden Track "Witches" mitsamt Bläsern eine Minishow abliefern. Bei The View im Jahr 2011 ist eben alles ein Zirkus. Nur ohne Clowns.

(Jennifer Depner)

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Life
  • Friend
  • Beautiful
  • Blondie
  • Best Lasts Forever

Tracklist

  1. Grace
  2. Underneath the light
  3. Tragic magic
  4. Girl
  5. Life
  6. Friend
  7. Beautiful
  8. Blondie
  9. Sunday
  10. Walls
  11. Happy
  12. Best lasts forever

Gesamtspielzeit: 51:00 min.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum