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Cherry Ghost - Beneath this burning shoreline

Cherry Ghost - Beneath this burning shoreline

Heavenly / Cooperative / Universal
VÖ: 30.07.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Apocalypse wow

"Nicht schon wieder! Muss das denn sein? Ist das ein Standard-Country-Americana-Cover-Album?" Wer denkt, die letzte Frage kann man bejahen, liegt nicht etwa richtig, sondern meilenweit und unreflektiert daneben. Cherry Ghost zeigen auf "Beneath this burning shoreline" Spiel, Spaß und Spannung und zudem alle Facetten des düsteren Nordamerikas: Verwüstung, Schurken und eben brennende Küsten. Und jetzt einmal räuspern: Das Quintett stammt aus Bolton in England, und das kann es spätestens dann nicht mehr verbergen, wenn über der Schwermut erst einmal locker-flockige Melodien schweben. Untergangsstimmung verbreiten vielmehr Artwork und Ambiente - die nächste Katastrophe kommt schließlich bestimmt.

Glücklicherweise kann Musik mehr Abwechslung bieten als eine solche. Cherry Ghosts zweiten Album gelingt dies mit einer überraschenden Leichtigkeit. Manchmal klingt "Beneath this burning shoreline", als würde Neil Hannon von The Divine Comedy Tom-Waits-Lieder singen - doch die elf Songs und zwei Interludes sind allesamt überzeugende Eigenkompositionen. Schon die Vorabsingle "Kissing strangers" hat unverschämt hohes Hitpotenzial - für Sänger Simon Aldred ein Grund, eine Parallele zu Frank Sinatra zu ziehen. Soviel zum urbritischen Understatement. Immerhin croont Aldred wunderschön, und Glen Campbell an den Drums treibt ihn zu unwiderstehlichen Höchstleistungen an.

Der Nachfolger zu "Thirst for romance" beginnt mit dem aufgeregten kleinen Epos "We sleep on stones", das eine dichte Atmosphäre aufbaut, den Weltuntergang aber noch aufschiebt. "A month of mornings" wirkt anschließend angenehm luftig, aber doch sehr bestimmt. Der Sound ist raumgreifend, die Stimme hält sich vornehm zurück und fügt sich nahtlos in die Instrumentierung ein. Doch immer öfter wummern die Drums durch die Klangdecke und schalten einen Gang hoch - spätestens "The night they buried Sadie Clay" führt im Mariachi-Stil wieder zurück in düstere, psychedelische Countrygefilde. Im einen Moment geht es zum gemütlichen Ausritt in die Prärie, im nächsten galoppiert der Song schnurstracks nach vorne.

Doch es geht auch britischer zur Sache auf "Beneath this burning shoreline". "Luddite" etwa hört man die Produktion von Dan Austin und die Nähe zu den Labelfreunden Doves deutlich an. Die Strukturen sind nicht zu komplex und die Melodien so eingängig, dass man einfach mitwippen und ein böses Grinsen aufsetzen muss, denn fröhlich wird es hier nicht mehr. Aufmüpfig, aber beherrscht zischt das Album Richtung Abgrund, bis mit dem wohltuenden Pianogeklimper "Strays at the ice pond" die nächste Eiszeit anbricht. Es ist vollbracht. Das Ende der Welt ist gekommen, und es fühlt sich überraschend gut an.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • We sleep on stones
  • A month of mornings
  • Kissing strangers
  • Luddite

Tracklist

  1. We sleep on stones
  2. A month of mornings
  3. Interlude - part 1
  4. Kissing strangers
  5. Only a mother could
  6. The night they buried Sadie Clay
  7. My God betrays
  8. Barberini Square
  9. Interlude - part 2
  10. Black fang
  11. Luddite
  12. Diamond in the grind
  13. Strays at the ice pond

Gesamtspielzeit: 52:50 min.

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