Tokyo Police Club - Champ
Memphis Industries / PIAS / Rough Trade
VÖ: 16.07.2010
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Deine Stimme zählt
Blitzkrieg Pop
So lebt man einen Jugendtraum aus: Die alten Schulfreunde vom kanadischen Tokyo Police Club hatten gerade ihre erste EP veröffentlicht, als sie Nordamerika mit ihrem Charme schon locker um den Finger wickelten. Das Album "Elephant shell" folgte und damit auch der umjubelte Erfolg in Europa. Der Tokyo Police Club machte sich auf hiesigen Bühnen zwar rar, ihr Ruf eilte ihnen jedoch pfeilschnell voraus. Logische Konsequenz ist die Benennung ihres zweiten Langspielers: "Champ" heißt der. Ironisch soll das gemeint sein. Von Eitelkeit keine Spur. Ganz schön verschmitzt.
Acht Minuten ist "Champ" länger als der Vorgänger, dem man damals seine gemeine Kürze von einer knappen halben Stunde vorwerfen konnte. In acht Minuten hätte das Quartett nach der eingespielten Logik locker vier zusätzliche Songs aufs Album packen können. Weitgefehlt: Die Songs sind diesmal ausgewachsene Wuseleien, die sich häufig mehr als einen Seitensprung trauen. Die Refrains kommen unvermittelt, die Instrumente lernen plötzlich fliegen. Und über all dem nölt die ursympathische Stimme von Dave Monks. "Champ" ist kein Blitzkrieg. Es ist ein ausdauernder Frontalangriff.
"Breakneck speed" ist so ein Paradebeispiel für die neue Abgeklärtheit der Kanadier: Der Song lässt sich viel Zeit um zu wachsen. Er nutzt sein behutsames Tempo, um eine Melodie zu entfalten, die bald im Kopf summt. Die Gitarren sind schwerer, als man vermutet, und dennoch ist der Song leicht wie Luft. So schmeckt die Jugend. Der schrammelige Indie-Pop reift auf "Champ" zur Größe. Da stört es auch nicht weiter, dass "Bambi" schon als Elektro-Pop durchgewunken werden kann. Vielmehr ist es eine angenehme Abkühlung dieser rasanten Quengelei.
Das Album hat so viel Fahrt, ist so schnell unterwegs, dass man den ersten Durchlauf noch hinterher hechelt, während "Champ" schon längst über alle Berge ist. Wirklich - das macht großen Spaß. So auch die Tatsache, dass der Sound des Quartetts durch und durch amerikanisch klingt. Tokyo Police Club streben die Rettung des College-Rocks an, natürlich mit anderen Mitteln. Es ist der Band durchaus zu wünschen, dass sie ihre berauschende Energie, ihre freudige Euphorie beibehalten. Dann kommt die Nachhaltigkeit ganz von alleine.
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Highlights
- Favourite food
- Breakneck speed
- Bambi
- Frankenstein
Tracklist
- Favourite food
- Favourite colour
- Breakneck speed
- Wait up (Boots of danger)
- Bambi
- End of a spark
- Hands reversed
- Gone
- Big difference
- Not sick
- Frankenstein
Gesamtspielzeit: 36:23 min.
Referenzen
Alpha Pony; Beat! Beat! Beat!; Bombay Bicycle Club; Two Door Cinema Club; Hot Club De Paris; Cajun Dance Party; Math The Band; Pull Tiger Tail; Throw Me The Statue; Video Nasties; They Might Be Giants; The New Pornographers; The Maccabees; The Courteneers; Koufax; Action Action; Phantom Planet; Dogs Die In Hot Cars; Elefant; Mumm-Ra; Good Shoes; Foals; Pretty Girls Make Graves; Les Savy Fav; Los Campesinos!; Hot Hot Heat; Wolf Parade; Modest Mouse; Born Ruffians; Ra Ra Riot; Death Cab For Cutie; Nada Surf; The Promise Ring; The Shins; Vampire Weekend; The Drums; Scissors For Lefty; Robocop Kraus; Monochrome; Ambulance Ltd.; Die! Die! Die!; The Cure; Maximo Park; Glasvegas
Surftipps
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- http://tokyo_police_club.motor.de/
- http://www.brooklynvegan.com/archives/2007/05/an_interview_w i_19.html
- http://blogs.riverfronttimes.com/atoz/2010/06/tokyo_police_c lub_interview_passion_pit_brahms_champ_pageant_st_louis.php
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