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Scissor Sisters - Night work

Scissor Sisters - Night work

Polydor / Universal
VÖ: 25.06.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Mit uns die Nacht

Ein Männerarsch ist bei den meisten Herren der Schöpfung mitnichten das erstrebenswerteste Cover im CD-Regal. Natürlich könnte man die Hände wegretuschieren, mit Edding Nippel aufmalen und sich dann vorstellen, es handele sich um ein Dekolleté. Das wäre dann schon wieder so krank, dass es in die Welt der Scissor Sisters passt, wobei die Homosexuellen-Ikonen der 2000er für das Artwork ihres dritten Albums immerhin ein Bild des Obszönitäten stets zugeneigten Fotografen Robert Mapplethorpe ausgewählt haben. Auch musikalisch ist der Nachfolger von "Ta-dah" zur Blütezeit von Mapplethorpes Schaffen in den Siebziger und Achtziger Jahren angesiedelt. Und selbstverständlich sexuell aufgeladen bis in die letzte Faser und voller schmutziger Phantasien.

"I've got your tail between my legs / We can talk about relationships / But there's better things to fill your head with", singt Jake Shears in "Whole new way", das wirkt, als hätten sich Kool And The Gang "Just an illusion" von Imagination einverleibt. "Any which way" schlägt mit den Worten "Sting me like a bee / I want you to funk me" in die gleiche Kerbe, während "Harder you get" mit lasziv-lässigem Sprechgesang anhebt, ehe Gitarren effekthaschend dazwischenpeitschen: "What I really want to do tonight is toughen you up". Inspirieren lassen hat sich Shears wohl in Berlin, wo er mehrere Monate feierte und in Clubs abhing, nachdem er gerade Material für ein komplettes Album in die Tonne getreten hatte und mit seiner Band nach einer neuen Ausrichtung suchte. Die Kohle hat er nicht umsonst verprasst.

So lautet die oberste Direktive auf "Night work": D.I.S.C.O., raus auf die Tanzfläche, mit allen Nebenwirkungen. Ausgiebige und ausufernde Ausflüge zu Typen, die nachts nur mit Drogen überleben können, und Gestalten, die zumindest artverwandt mit Jekyll & Hyde sein könnten. Verpackt in antreibende Clubnummern zwischen Christopher-Street-Day und Underground. Balladen wurden gestrichen, die epische Single "Fire with fire" zählt hier zum softesten und unspektakulärsten Material und weist die meisten Parallelen zu "I don't feel like dancin'" auf. Wer nach Lasten des Nummer-Eins-Hits sucht, findet statt dessen die erwähnten Laster und eine Menge Songs, die wie der Opener "Night work" die Hütte abreißen und für mächtig Alarm sorgen.

"Any which way" purzelt von Funk in Filter-House-Elemente und elektrisches Sirenengeheul, das John Travolta schnell um 40 Jahre altern lässt, "Running out" kann bedenkenlos auf jede Achtziger-Party stolpern, und in "Skin this cat" besucht Giorgio Moroder das Set von Kylie Minogues "Slow". Das Highlight steht am Ende, der hypnotisch-ravige Dance-Kracher "Invisible light", der sich einen Gastauftritt von Gandalf-Darsteller Sir Ian McKellen gönnt und anschließend auch das letzte Hemd durchschwitzt. Den Glamourfaktor überlassen Scissor Sisters zwar fürderhin Lady GaGa, auch wenn dabei ein paar Songleichen wie "Harder you get" im Weg herumliegen. Dafür wirkt "Night work" aber tougher und homogener als sein Vorgänger. Möge die Nacht weiter mit Ihnen sein.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Night work
  • Any which way
  • Running out
  • Invisible light

Tracklist

  1. Night work
  2. Whole new way
  3. Fire with fire
  4. Any which way
  5. Harder you get
  6. Running out
  7. Something like this
  8. Skin this cat
  9. Skin tight
  10. Sex and violence
  11. Nightlife
  12. Invisible light

Gesamtspielzeit: 44:51 min.

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