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Drive-By Truckers - The big to-do

Drive-By Truckers - The big to-do

PIAS / Rough Trade
VÖ: 02.04.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Im Süden was Neues

"Which one's the birthday boy?, she said / I ain't got all night". So fängt "Birthday boy" an, ein Song, der natürlich nicht von selbigem handelt, sondern von der zynischen, aber gutherzigen Hure, mit der besagter Junge sein erstes Schäferstündchen haben soll. Der Song ist nicht nur einer besten auf dem achten Studioalbum der Drive-By Truckers, sondern illustriert auch wunderschön die größte Stärke der zumindest hierzulande hoffnungslos unterschätzten Country-Rocker: das Verrücken von Perspektiven und der kritische Blick auf ihre Heimat in den Südstaaten.

Zwischen "Bible belt", Baumwollfarmen und Rebellendasein bastelt der Fünfer aus Georgia weiter an seiner Collage des amerikanischen Südens. Dass die Band auch nach Weggang von Gitarrist Jason Isbell noch drei Songwriter hat, trägt zur Abwechslung bei und verhindert Lückenfüller. Die sich minutiös steigernde Klavierballade "You got another" etwa überzeugt gerade deswegen, weil sie so weit über den Tellerrand von Country und Southern Rock hinausschaut und sich gar in die Nähe von Pink Floyd wagt.

Gitarrist Mike Cooley steuert neben "Birthday boy" noch den uramerikanischen Tresenrocker "Get downtown" bei. Der weitaus größte Teil der 13 Songs stammt aber vom meist ganz schön angepissten Frontmann Patterson Hood. "This fucking job" ist eine Hymne für die von der Krise gefrustete Arbeiterklasse, "After the scene dies" der Abgesang auf die lokale Rockszene. "When the front man turns to Jesus and the drummer moves away / I'll still be doing what pleases me" singt Hood trotzig und verbittert dem Niedergang entgegen, während hinter ihm die Gitarren heulen und kreischen. Aber auch die leiseren und vermeintlich leichteren Songs sind angefüllt mit bitteren Momenten. Hinter dem zu Beginn vergnügt und befreit vor sich hin rockenden "Drag the lake Charlie" versteckt sich eine Gangsterposse, und das monoton-unterkühlte "The wig he made her wear" ist die Nacherzählung eines wahren Mordfalls, bei dessen Auflösung unangenehme Details ans Licht kommen.

Hinter den dichten Erzählungen fährt die Band wieder mehr Rockiges auf und schraubt den Country-Anteil im Vergleich zum Vorgänger "Brighter than creation's dark" deutlich zurück. Statt auf Banjo und Mandoline zu setzen, treten Drive-By Truckrs wieder häufiger aufs Overdrive-Pedal und schalten einen Gang hoch. Dass hier keine Mittzwanziger mehr am Werk sind, hört man dann nur noch in den geistreichen und ein bisschen altersweisen Texten, etwa in dem von "Birthday boy": "What'd your momma name you? / You can call me what you like". Man kann auch einfach Rockmusik dazu sagen.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Birthday boy
  • You got another
  • Santa Fe

Tracklist

  1. Daddy learned to fly
  2. The fourth night of my drinking
  3. Birthday boy
  4. Drag the lake Charlie
  5. The wig he made her wear
  6. You got another
  7. This fucking job
  8. Get downtown
  9. After the scene dies
  10. (It's gonna be) I told you so
  11. Santa Fe
  12. The flying Wallendas
  13. Eyes like glue

Gesamtspielzeit: 53:39 min.

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