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The Dillinger Escape Plan - Option paralysis

The Dillinger Escape Plan - Option paralysis

Party Smasher Inc. / Season Of Mist / Soulfood
VÖ: 26.03.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Neue Ufer

Zugegeben, früher, als wir noch klein und unschuldig waren, da hatten wir ja schon das eine oder andere Mal die Hose wegen der Brachialität von The Dillinger Escape Plan voll. Heute sind wir natürlich abgeklärter, ein bisschen wildestes Gitarrengewichse und ein paar verrückte Schreie sollten keinen mehr aus der Latschen kippen lassen. Außerdem sind The Dillinger Escape Plan seit "Ire works" Pop. Aber doch: "Option paralysis" überrascht wieder aufs Neue. So veröffentlicht nun die Band ihr viertes Album aus Frust über die Musikindustrie über ihr eigenes Label.

Die Mosaiktechnik vom Cover ist ein gutes Symbol, machen The Dillinger Escape auch nichts anderes: Tausende von wildesten Gitarrenläufen, Schreifetzen, Wutausbrüchen und soundtechnischen Spielereien über- und aneinanderlegen, sodass es ein großes Ganzes ergibt - was erst einmal falsch interpretiert wird. Oder gar nicht erst erfasst werden kann! Und so rotierte, rotierte und rotierte "Option paralysis" in allen Konstellationen, in allen Stimmungslagen, über Anlage, über Kopfhörer, im Auto, beim Shopping neuer Schuhe und in der Badewanne, aber - Überraschung - es passiert nicht wirklich viel mit einem selbst. Der finale Funke dieses sehr guten Albums lodert zwar, spingt aber noch nicht über. An der Musik allein kann es nicht liegen, die ist abermals dermaßen mit Gebrüll, Geballer und Geschrei überfrachtet, dass einem teils schwindelig wird. Und mit Melodien. Ganz typisch für diese konsequente Weiterentwicklung der Band ist dabei schon der Opener "Farewell, Mona Lisa": Brutaler Anfang am Limit der Saiten und Stimmbänder, dann der Wechsel zum melodisch verquer gesungenen Part, bevor danach beides nochmals überdehnt wird. Das tut gut.

"Option paralysis" ist die logische Fortführung von "Ire works", die nicht minder eingängig ist, aber gleichzeitig eben auch gerne noch einen Schritt zurück zu den Wurzeln machen würde. Die fiesen Hardcore-Brocken "Good neighbor" oder auch "Crystal morning" könnten zum Beispiel aus jener Zeit stammen, während "Gold teeth on a bum" schon fast wie eine Kollaboration von Faith No More und System Of A Down wirkt, die mit den chaotisch zusammengekloppten früheren Meilensteinen wenig bis gar nichts mehr am Hut hat. Andersrum sollte man sogar mehr als froh sein, dass The Dillinger Escape Plan mittlerweile richtige Songs schreiben können, andernfalls hätte sich so etwas wie diese - im wahrsten Sinne des Wortes - Ballade "Widower" oder auch "I wouldn't if you didn't" gar nicht in die Tracklist mogeln können. Und genau deswegen ist es falsch, zu erwarten oder zu erhoffen, eben jene Initialzündung würde durch brachiale Schockeffekte oder krasses Instrumentengeprügel überspringen. Die Zeiten sind definitiv vorbei und das ist auch gut, damit muss man sich jetzt anfreunden. Ob man will oder nicht.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Farewell, Mona Lisa
  • Widower
  • I wouldn't if you didn't

Tracklist

  1. Farewell, Mona Lisa
  2. Good neighbor
  3. Gold teeth on a bum
  4. Crystal morning
  5. Endless endings
  6. Widower
  7. Room full of eyes
  8. Chinese whispers
  9. I wouldn't if you didn't
  10. Parasitic twins

Gesamtspielzeit: 41:28 min.

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