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Erykah Badu - New Amerykah Pt. 2 (Return of the Ankh)

Erykah Badu - New Amerykah Pt. 2 (Return of the Ankh)

Motown / Universal
VÖ: 26.03.2010

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Die Verfolgerin

Keine quietschenden Reifen, kein Mexican Shootout, keine klirrenden Glasscheiben, keine Sirenen, es ist nicht einmal Nacht. Lange Schatten werden nicht geworfen, und auch auf den Trenchcoat muss an dieser Stelle alleine schon aus modischen Gründen verzichtet werden. Denn diese Verfolgung strahlt eine warme Ruhe aus und das obwohl die Fortsetzung doch immer höher, weiter, besser auftrumpfen muss. Der zweite Teil der Albenreihe "New Amerykah" ist dem Zeitgeist wieder auf der Schliche. Wie? In dem er sich einfach nicht darum schert. Denn eigentlich zieht sich das fünfte Studioalbum von Erykah Badu ganz auf jene alten Stärken zurück, die schon "Baduism" erdeten. Erklärte sie Amerika auf dem Vorgänger noch mehr oder weniger den vierten Weltkrieg, geht es nun um das menschliche Fühlen und Seelenleben. Die Verwandlung der Miss Badu hat einen weiten Schritt zur Seite gemacht.

Kommentare zur aktuellen Lage bleiben aus. Auch die Beatlastigkeit ist ein wenig in den Hintergrund geraten. An diese Stelle ist ein zäher Soul-Groove getreten, der sich durch Stücke wie "Gone baby, don't be long" zieht. Sanft schlängelt sich Badus Stimme über die Gitarre und das Sample vom Wings-Stück "Arrow through me". Denn auch wenn das Kriegsbeil begraben ist, hat Badu ihre Schar an Gehilfen nicht verringert, und so finden sich allerlei Spielereien an allen Ecken und Enden. Sowohl Madlib als auch Shafiq Husayn und Georgia Anne Muldrow haben bei einzelnen Stücken wieder unter die Arme gegriffen, und sogar J Dilla findet sich vier Jahre nach seinem Tod noch mit ein. Das von ihm mitproduzierte "Love" ruft die Liebe als universelles Prinzip aus und gerät dabei nie in Kitschverdacht. Auf der geborgten Smoothness der Gitarre aus dem Stück "Take me" von den Fabulous Souls breiten sich mit sanftem Mantra süßliche Aufforderungen wie "Come on / Feel me" aus. Der süffige Basslauf ist einfach nur dope und surrt im hypnotischen Inneren.

Es dauert seine Zeit, bis es möglich ist, in den Fluss einzusteigen, den diese Scheibe ausmacht. Sanft hakt sich das Schlagzeug von ?uestlove als Motor ins Klavier von "Window seat" ein, bevor Badu beweist, warum sie vollkommen anders ist. Spielfreudig gibt sich am Ende das zehnminütige "Out my mind, just in time". Ein Klavier schiebt sich unter das Säuseln der Stimme, bevor sich im Hintergrund Streicher einfinden. "I cry for you / I pop for you / And hate for you." Ein unaufgeregter Haken wird geschlagen, und schon ist aus dem Wehleid wieder eine Schwärmerei geworden. Das Klavier perlt am Rhythmus ab. Wärme kriecht bis in die letzten jazzigen Töne. Ein Spannungsbögen kann kaum entspannter sein.

In sich geschlossen, aber nicht in sich gekehrt, ist "New Amerykah Pt. 2 (Return of the Ankh)" ein hymnisches Summen auf die Liebe. Harmonie und Wärme stehen im Vordergrund, ohne dabei jemals überflüssig zu werden. In Sachen Weirdness hat es "Jump in the air" als Vorbote schon angekündigt, aber dann doch nicht aufs Album geschafft. Denn es hätte ohnehin an keiner Stelle Platz gegeben für diesen Ausbruch aus dieser allem innewohnenden sanften Stimmung, die sich so arschcool gibt, aber vielleicht verletzlicher ist, als sie es sich selbst eingesteht. Ein Kammerspiel, das sämtliche Wände längst umgestoßen hat. Ohne klirrende Scheiben, ohne quietschende Reifen. Der Zeitgeist ist längst unter die Räder dieser Scheibe gekommen.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Window seat
  • Love
  • Out my mind, just in time

Tracklist

  1. 20 feet tall
  2. Window seat
  3. Agitation
  4. Turn me away (get MuNNY)
  5. Gone baby, don't be long
  6. Umm Hmm
  7. Love
  8. You loving me (session)
  9. Fall in love (your funeral)
  10. Incense (feat. Kirsten Agnesta)
  11. Out my mind, just in time

Gesamtspielzeit: 50:44 min.

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