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The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band - Born into trouble as sparks fly upward

The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band - Born into trouble as sparks fly upward

Constellation / Indigo
VÖ: 29.10.2001

Unsere Bewertung: 9/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

White light white heat

Zu CDs gehören üblicherweise Booklets mit allerlei Liedtexten, Dankeslisten und Bestelladressen für Fanartikel. Schüttelt man allerdings die Papphülle von "Born into trouble as sparks fly upward", fällt ein gefaltetes Manifest heraus, das unter dem Titel "On the failure of one small community in achieving its own ill-defined dreams and/or goals" in hart gesetztem Blocksatz wortreich zu erklären versucht, worum es bei A Silver Mt. Zion geht. Der Text besteht aus dichten Gedankengängen, im Wandzeitungsstil gehalten, ein paar Antworten und einer riesigen Anzahl neu gestellter Fragen, klärt nicht auf, sondern kümmert sich um die Gefühlsbasis, die dem Leser das Nachvollziehen der Platte ansatzweise ermöglichen sollen.

A Silver Mt. Zion ist das vielleicht konkreteste und das neben Godspeed You Black Emperor! am aufmerksamsten verfolgte musikalische Statement, das die Montréaler Squatterszene rund um den Begegnungsort Hotel 2 Tango und das Label Constellation hervorbrachte. Der Mt.-Zion-Entwurf wurde ursprünglich von Gitarrist Efrim als Möglichkeit initiiert, um Ideen und Modelle zu entwickeln, die im von einem anarchistischen Kollektiv erarbeiteten und deshalb von Kompromissen geprägten Projekt Godspeed You Black Emperor! nicht realisierbar waren. Die erste Veröffentlichung der Band erschien letztes Jahr nach einer Tour durch besetzte Kulturzentren und war ein dunkles, kompliziertes und vieldeutiges Werk, zusammen mit Efrims Mitstreitern Sophie und Thierry eingespielt.

Für das neustes Mt.-Zion-Album wurde die Zahl der Musiker verdoppelt - im Einsatz an der Front sind nun auch Beckie, Ian und Jessica - doch den Erwartungen zum Trotz werden dieses Mal die Zeichen deutlich klarer und homogener gesetzt. Die Streicher treten selbstsicherer in Erscheinung, die Bombastparts wurden fast vollständig aus dem Programm genommen, die Platte nimmt sich Zeit, zu erzählen. Schwermütig, konsequent vom Zweifel zerfurcht und doch bis ans Limit mit Aussagen gefüllt: Zugeständnisse werden keine mehr gemacht. Entstanden ist ein Zeugnis des Widerstandes, der Schönheit und Eleganz des Auflehnens und gezwungenermaßen auch des Scheiterns. Engel mit Molotovs finden darin ebenso Platz wie von unschuldigen Kinderstimmen verbissen vorgetragene Streitschriften.

So konsequent wurde ein oft übersehener oder verdrängter Fundamentalismus in seiner ganzen Schönheit und mit all seinen inneren Konflikten noch nie beschrieben. Enstanden ist eine Liebeserklärung in Form einer sperrigen und komplexen Platte, die viel Aufmerksamkeit und Aufwand fordert, um auch nur in Sichtweite der Kernthematik vorzustoßen. Genau wie das eingangs erwähnte Manifest stellt sie mehr neue Fragen, als sie tatsächlich beantwortet. Es lohnt sich jedoch, sich darauf einzulassen, niemals das Ziel aus den Augen zu verlieren und sich durch die düsteren, verwinkelten Straßenkriegsfronten Montréals durchzukämpfen, um zusammen mit den sechs Gläubigen, allen dunklen Konflikten zum Trotz, die letzten tanzenden Funken der Hoffnung zu bewundern.

(Adrian Schulthess)

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Highlights

  • Sisters! Brothers! Small boats of fire are falling from the sky!
  • Take these hands and throw them in the river
  • Could've moved mountains

Tracklist

  1. Sisters! Brothers! Small boats of fire are falling from the sky!
  2. This gentle hearts like shot bird's fallen
  3. Built then burnt (Hurra! Hurra!)
  4. Take these hands and throw them in the river
  5. Could've moved mountains...
  6. Tho you are gone I still often walk w/ you
  7. C'mon COME ON (Loose an endless longing)
  8. The triumph of our tired eyes

Gesamtspielzeit: 58:20 min.