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Johnny Cash - American VI: Ain't no grave

Johnny Cash - American VI: Ain't no grave

American / Lost Highway / Island Def Jam / Mercury / Universal
VÖ: 26.02.2010

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Ruhe in Frieden

Das Leben ist kostbar. Johnny Cashs Leben konnte man diese Weisheit nicht immer anmerken. Spätestens aber mit seinen beeindruckenden Werken der "American recordings"-Reihe zeigte sich, wie sehr der Man In Black an seinen Irrwegen gewachsen war. Er hatte sich mit seinem gebrochenen Dasein arrangiert und in ihm Stärke wiedergefunden. Mit Rick Rubins tatkräftiger Hilfe verwandelte er diese in Musik, die so tief war wie das Leben selbst. Das gab weitere Kraft - nicht nur seinen faszinierten Zuhörern, sondern vor allem ihm selbst. Nur so überstand Cash die Trennung von seiner geliebten Frau June Carter Cash, die knapp vier Monate vor ihm starb; nur so konnte seine Kraft sogar seinen eigenen Tod überdauern.

Pünktlich zu Cashs 78. Geburtstag erscheint mit "American VI: Ain't no grave" der endgültige Abschluss der "American recordings"-Reihe. Wie schon "American V: A hundred highways" entstand dieses sechste gemeinsame Album aus dem Material, das Cash und Rubin in den wenigen Monaten zwischen Junes Beerdigung und Cashs Tod eingespielt hatten. Cashs Zuversicht wächst über das erlebte Leid hinaus, seine Stimme ist von brüchiger Inbrunst. Er vertändelt seine Zeit nicht mehr mit falschem Aufruhr, sondern vermittelt seinen festen Glauben an die Erlösung. Und das funktioniert in keinem Moment gleichzeitig so düster und so elegant wie im großartigen Titelstück. Durch dieses "Ain't no grave" reitet ein geisterhaftes Banjo, und Cash gibt den alttestamentarischen Propheten: "Meet me in the middle of the air / And if these wings don't fail me / I will meet you anywhere."

Die Songauswahl bietet dieses Mal keine außergewöhnliche Coverversionen wie "Personal Jesus" oder "Hurt". Stattdessen interpretiert der Todgeweihte Klassiker wie Tom Paxtons "Can't help but wonder where I'm bound" oder Hank Snows "I don't hurt anymore". Er beeindruckt mit Sheryl Crows finsterem "Redemption day" und erinnert sich an Kris Kristoffersons "For the good times". Gerade jene guten Zeiten waren es, die Cashs Hoffnungen nährten. Fest im christlichen Glauben wurzelnd wusste er, dass sein Ende erst der Anfang sein würde. Davon erzählt auch "1 Corinthians 15:55", in dem die Auferstehung gepriesen wird. In seinem letzten eigenen Lied trotzt Cash der Vergeblichkeit des Lebens, nur bewaffnet mit einem Bibelzitat.

Mit Vor- und Umsicht ließ Rubin Helfershelfer wie Matt Sweeney, Mike Campbel, Smokey Hormel und Benmont Tench Cashs spröde Vorlagen ausformulieren. Dabei drängen sich die Musiker nie nach vorne, sondern spenden kunstvolle Sparsamkeit. Im Mittelpunkt steht Cash wie die massive Eiche. Von Stürmen zernarbt und von Blitzeinschlägen gezeichnet, aber Wind und Wetter können ihr dennoch nichts anhaben. Geradezu friedlich ruht Cash in diesen Songs. Kaum ein Stück passt besser zu ihm als "Satisfied mind", in dem Zufriedenheit über Reichtum gestellt wird: "Money can't buy back your youth when you're old." Und am Ende, als wohl endgültig allerletztes Stück, das wir jemals von Cash hören werden, winken in "Aloha oe" zu seufzenden Gitarren die Verse der letzten hawaiianischen Königin Lili'uokalani zum Abschied: "One fond embrace / A ho' a' au / Until we meet again." Happy birthday, Johnny.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Ain't no grave
  • Redemption day
  • Satisfied mind
  • Aloha oe

Tracklist

  1. Ain't no grave
  2. Redemption day
  3. For the good times
  4. 1 Corinthians 15:55
  5. Can't help to wonder where I'm bound
  6. Satisfied mind
  7. I don't hurt anymore
  8. Cool water
  9. Last night I had the strangest dream
  10. Aloha oe

Gesamtspielzeit: 32:18 min.

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