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Clare & The Reasons - Arrow

Clare & The Reasons - Arrow

Fargo / Naïve / Indigo
VÖ: 29.01.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Komm, süßer Ton

Wenn beim nächsten Strafzettel die zuständige Sachbearbeiterin doch nur Clare Manchon hieße. Sie würde keine unvorteilhaften Beweis-Fotos schicken, sondern ihr Anliegen in aller Freundschaft vom Konditor überbringen lassen. Liebevoll auf einer Himbeertorte vermerkt, mit Schokoschrift, Sprühsahne und extra viel Vanillearoma da, wo der ärgerliche Betrag steht. Und für jeden fälligen Euro noch ein Krokantkrümelchen on top. Denn bei der Tochter von Folk- und Bluessänger Geoff Muldaur und Gattin von Olivier Manchon, der mit ihr gemeinsam den weichen Kern von Clare & The Reasons bildet, ist alles zuckersüß und wirklich herzallerliebst. Wenn sie "Ooh you hurt me so" singt, dann geht das ganz ohne großes Drama - dieser federleichte Pop mit vergoldeten Beatles-Referenzen und zarter Streicher-Bordüre klingt wie Schlußmachen via Fleurop.

Clare & The Reasons haben neben dem Pfeil im Albumtitel natürlich auch den Bogen raus - das erkennt man ja wohl schon daran, dass sie für ihr fast auf den Tag genau vor zwei Jahren erschienenes Debüt "The movie" die hochgeschätzten Kollegen Van Dyke Parks und Sufjan Stevens als Gäste gewinnen konnten. Auf ihrem neuen, zweiten Werk "Arrow" hat immerhin Shara Worden (My Brightest Diamond) mitgemischt, genauer gesagt die Backing Vocals zu "This is the story" beigesteuert, und es sind dieses Mal überaus drollige Blechbläser mit an Bord, die von Tuten und Blasen eine Menge Ahnung haben. Der ganz klare Höhepunkt ist die von einer Tuba angeführte Coverversion des Genesis-Klassikers "That's all" - ein Song, den Clare schon als Vierjährige liebte.

Auch darüber hinaus hat die Dame aus Brooklyn ihr inneres Kind bewahrt. Das macht sich vor allem in den verspielten Arrangements und in ihrer hellen Stimme bemerkbar, die paradoxerweise aber auch immer ein bisschen nostalgisch klingt. Illusionen erschaffen, das können Clare & The Reasons ganz ausgezeichnet: Die Pizzicato-Streicher im Opener "All the wine" tun so, als wären sie Ukulelen, "Mellifera" gibt eine Verwandtschaft mit Phil Spector vor, und "Perdue à Paris" scheint überzeugt davon zu sein, sich direkt an der Seine zu befinden. Dazu wird selbstverständlich auf Französisch gesungen und im Film-Noir-Modus gegeigt. Was dieser seltsame Oldschool-Synthesizer in "You got time" zu suchen hat, bleibt zwar ein Rätsel, aber die verschlungenen melodischen Pfade, auf denen das herausragende "Our team is grand" wandelt, sind sowieso viel interessanter. Und ein großartiges Team, das sind die Manchons ohne Frage - Ehe, wem Ehe gebührt! Und Ehre natürlich auch.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Ooh you hurt me so
  • Our team is grand
  • That's all
  • Perdue à Paris

Tracklist

  1. All the wine
  2. Ooh you hurt me so
  3. Our team is grand
  4. You got time
  5. That's all
  6. Mellifera
  7. You getting me
  8. Kyoto nights
  9. This is the story
  10. Perdue à Paris
  11. Photograph
  12. Murder, they want murder
  13. Wake up (you sleepy head)

Gesamtspielzeit: 49:25 min.

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