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Kylesa - Static tensions

Kylesa - Static tensions

Prosthetic / Soulfood
VÖ: 20.03.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Schlaflos in Savannah

Savannah, Georgia könnte für den Metal werden, was Omaha, Nebraska für das Folk-Revival war: eine Keimzelle der Innovation. Denn genauso, wie Bands wie die Bright Eyes den Boden für Gegenwartshelden wie Fleet Foxes oder Bon Iver bereitet haben, erneuern die zweieiigen Savannah-Zwillinge Baroness und Kylesa gerade die harte Gitarrenmusik. Während die Mannen um John Dyer Baizley - hier erneut für die Covergestaltung bei Kylesa zuständig - dabei stärker aus der Richtung von Stoner und Sludge kommen und sich auf die episch-progressive Verflechtung unterschiedlichster Stilnuancen konzentrieren, stellen Kylesa deutlicher ihre Einflüsse aus Metal, Crustpunk und Hardcore heraus. Das Ergebnis lässt die Kinnlade nach unten klappen, denn die naturgewaltige Soundwand, die die Band mit ihren zwei simultan spielenden Schlagzeugern erzeugt, sucht wahrlich ihresgleichen.

Und der Quantensprung, den Kylesa nach erfolgreicher Labelsuche und einigen Besetzungswechseln mit ihrem vierten Album "Static tensions" machen, wird die Band endgültig zu einem gefundenen Fressen für Audiophile machen. Der Sound hebt sich nicht nur aufgrund seiner Wucht, sondern auch durch ausgefeilte Arrangements, hervorragende Produktion und knackiges Songwriting von vielen anderen Hartwurstmusikern ab. Wo Baroness immer wieder Song- und Genregrenzen vorwärts schieben, brauchen Kylesa zunächst nur die beiden kompakten Hardcore-Fausthiebe "Scapegoat" und "Insomnia for months", um den Hörer einzunorden.

Ist die Aufmerksamkeit gesichert, legt die Band erst richtig los: Turmhoch stapeln sich die Gitarren in "Said and done" aufeinander, Sänger Phillip Cope schreit aus der Tiefe des Raumes, und die Schlagzeuge knüppeln sich tief in die Magengrube - selbst Neurosis könnten das nicht besser. "Unknown awareness" ist dagegen eher die zackigere, metallbeschlagene Verneigung vor Black-Sabbath-Doom und Pink-Floyd-Trip, bei der der Sound im Dienst der Atmosphäre steht. "Running red" wiederum führt das Ineinandergreifen der verschiedenen Bandteile beispielhaft vor: vom fließenden, hypnotischen Eingangspart mit dem reduzierten Gesang von Gitarristin Laura Pleasants wächst der Song über ein Break zu einer jähen Eruption heran, in der Riffs und Drums um die Vorherrschaft ringen und Cope selbst wie ein Vulkanausbruch klingt.

Wenn die Bezeichnung nicht schon in sich so widersprüchlich wäre, könnte man "Static tensions" gar als "Radio-Prog" bezeichnen: Einerseits integrieren Kylesa wie Baroness mit Sludge, Metal, Doom und Hardcore eine Vielzahl von Stilen und inszenieren so ein überaus vielschichtiges Klangerlebnis. Andererseits erweitert der Sound das selbstgewählte Format nur sanft, entfaltet sich auf einer nachvollziehbaren Metal- und Hardcorebasis und bleibt dadurch erstaunlich zugänglich. So oder so: Wer die Entwicklung harter Genres hin zu komplexeren, progressiveren Klängen gegen Ende der Nuller Jahre nachzeichnen will, kommt ohne einschlägige Namen aus dem Savannah-Umfeld oder deren geistige Verwandte nicht aus. Ihr wisst schon: Neurosis, Mastodon oder Isis. Und inzwischen insbesondere eben auch Baroness und Kylesa.

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

  • Said and done
  • Unknown awareness
  • Running red
  • To walk alone

Tracklist

  1. Scapegoat
  2. Insomnia for months
  3. Said and done
  4. Unknown awareness
  5. Running red
  6. Nature's predators
  7. Almost lost
  8. Only one
  9. Perception
  10. To walk alone

Gesamtspielzeit: 40:23 min.

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