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Noah And The Whale - The first days of spring

Noah And The Whale - The first days of spring

Young And Lost Club / Cooperative / Universal
VÖ: 18.09.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Was sich Leben nennt

Vor wirklich sehr langer Zeit sagte ein gewisser Goethe mal: "Alles Lebendige bildet eine Atmosphäre um sich her." Damit hatte der gute Mann gar nicht mal Unrecht. Nur wie der Begriff des Lebendigen zu definieren ist, das verschwieg er. Im Fall des zweiten Albums der Engländer Noah And The Whale kann man in der Tat eine gewisse Ironie sehen. Strotzte das Debüt "Peaceful, the world lays me down" vor poppigen, hüpfenden, tanzenden, sprich: lebendigen Melodien, ist der Nachfolger "The first days of spring" nun sicher nicht tot. Jedoch wurde hier Atmosphäre um etwas geschaffen, was nicht mehr existiert. Um es kurz zu fassen: Sänger Charlie Fink wurde von seiner Freundin Laura Marling verlassen und hat darüber ein Album geschrieben. Das Dauergrinsen des ersten Albums ist einem tiefen, andauernden Stirnrunzeln gewichen, der Regenbogen in der Musik wurde durch ein Stück Kohle ersetzt.

Natürlich ist das für den Hörer nicht weiter schlimm. Im Gegenteil sogar, "The first days of spring" ist, dem Titel widersprechend, ein Herbstalbum, wie es kaum besser passen könnte. Hat man sich durch die ersten paar Songs an das Laub, den Nebel, die äußerst früh einsetzende Dunkelheit gewöhnt, lässt es sich im Schmerz des Sängers sogar bestens aushalten. Der Titelsong ist mit seinen knapp sechseinhalb Minuten gewagt für einen Opener und nimmt im Verlauf epische Ausmaße an. Düster erklingen im Hintergrund schwere Paukenschläge, während Streicher den Song vorsichtig tragen, nur um am Ende in ein dramatisches Feuerwerk überzugehen. Die Zeile "For I'm still here hoping that one day you may come back" klingt noch nach, während die ersten Takte von "Our window" den Hörer wieder beruhigen. Das Beziehungsende, das man nicht wahrhaben möchte, das Gefühl der Fremde und vor allem Fink, der zunächst mehr spricht, als dass er singt, vertiefen das Stirnrunzeln nur noch mehr, während man um einen Seufzer kaum herumkommt. Noah And The Whale sind nicht mehr lustig, dafür aber noch besser als vorher.

"Love of an orchestra", der sechste Song und quasi der Raumteiler, ist es dann, der wieder Leben in etwas Lebloses einhaucht. Schnell schreitet er voran, mit einem Chor und hohen Frauenstimmen, während man es nicht vermeiden kann, an die Musikuntermalung in einem alten Disney-Weihnachtsfilm zu denken. Der Frohsinn währt jedoch nicht lange; nach zwei Minuten endet es mit einem Schlag, und das zweite rein instrumentale Stück zieht den Hörer - und Charlie Fink - wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. "This is the last song that I write / While I'm still in love with you", singt er dann in in "Blue skies", der formvollendeten Ode an den Liebeskummer, der zumindest den Fans von Noah And The Whale Freude an einem Album geschaffen hat, dessen Produktion für die Mitglieder sicher nicht die einfachste war. Und doch öffnet sich am Ende eine Tür, und im übertragenen Sinn findet Fink auf "My door is always open" doch noch seinen Frieden. "Now I'm free from all your pain", sagt er, nicht nur der Atmosphäre Willen. Bis zum nächsten Album wird wieder etwas Lebendiges um ihn herum geschaffen. Vielleicht.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • The first days of spring
  • My broken heart
  • Blue skies
  • My door is always open

Tracklist

  1. The first days of spring
  2. Our window
  3. I have nothing
  4. My broken heart
  5. Instrumental 1
  6. Love of an orchestra
  7. Instrumental 2
  8. Stranger
  9. Blue skies
  10. Slow glass
  11. My door is always open

Gesamtspielzeit: 42:52 min.

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