Archivsuche

Listen

Suche bei Amazon

Partnerangebote



skyscraper_free_trial


Mein BASE


www.titus.de

eXTReMe Tracker

Joker's Daughter - The last laugh

Joker's Daughter - The last laugh

Double Six / Domino / Indigo
VÖ: 17.07.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Die Sendung mit der Mouse

Der Einstiegssatz aus der Pressemitteilung zum Debütalbum von Joker's Daughter hätte, leicht verändert, in jeder beliebigen Biografie vorkommen können: "Helena Costas ist eine junge Songwriterin und Musikerin aus London." Jetzt steht sie am Anfang einer sich ins Fäustchen gnickernden Rezension. So weit, so selbstreferentiell, so gut. Dass allerdings Brian Burton an dem Projekt aktiv beteiligt ist, macht die Sache erst richtig interessant. Burton, besser bekannt als Danger Mouse, hat also wieder ein neues Spielzeug gefunden, an dem er munter basteln kann und für das ohnehin nur er zur Rechenschaft gezogen wird - sei es im positiven, vor allem aber im negativen Sinn. Und Joker's Daughter ist in dieser Hinsicht besonders spannend. Wer elektronische Spielereien nach Gnarls Barkley erwartet, könnte sich kaum mehr irren, auch gibt es kein Sound-Mashup à la Jay-Zeatles. Auf "The last laugh" lässt Danger Mouse Ruhe walten, holt öfter mal die Akustikgitarre raus und macht es sich auch sonst überaus bequem. Gemeinsam mit Daniele Luppi, der für das Streicherarrangement sorgt, und Scott Spillane (Neutral Milk Hotel) am Horn kann die Teeparty der etwas speziellen Art beginnen.

Bereits die ersten Songs lassen erahnen, was den Hörer in knapp 40 Minuten erwartet. Danger Mouse, der nicht nur ab-, sondern als Mitmusiker auch fleißig mitmischte, lässt Costas gesanglich den Vortritt. Das ist insofern gar nicht schlecht, ähnelt die Stimme doch der einer Emiliana Torrini. Und der griechische Text von "Jessie the goat" wird zwar von der Mehrheit sicher nicht verstanden werden, weckt aber gewisse Sehnsüchte. Gemächlich spielt die sanft gezupfte Busuki und leichte, ziemlich versteckte Loops in der Melodie helfen über die sprachlichen Differenzen hinweg. Der Titeltrack klingt da fast aufdringlich, völlig ohne Gesang und mit einer Melodie, die auch durch die gruseligen Gemächer im alten Zelda-Spiel wehen könnte. Zugegeben, dass Danger Mouse ein Folkalbum aufgenommen hat, klingt ungewöhnlich. Dass es cool ist, ohne wirklich besonders zu sein, hingegen nicht.

Denn bei einigen Songs wünscht man sich schon die ein oder andere Steigerung, wie sie in "Under the influence of Jaffa cakes" auftritt. Mit elektrischer Gitarre und in zackigem Tempo machen Costas und Danger Mouse dem Hörer endlich Beine. "The bull bites back" lässt das wohl beknackteste Instrument der Welt - die Blockflöte - wieder aufleben und könnte vom Beat her auf jedem griechischen Fest gespielt werden. Das anmutigende "Cake and July", dank Costas Gesang und dem Zusammenspiel mit den Bläsern am Schluss zierlich und mondän zugleich, bildet gemeinsam mit dem kühlen "Yellow teapot" das Highlight eines Album, das, und das war von Anfang an klar, anders ist. Dass Danger Mouse dafür nicht nur Zuckerbrot, sondern sicher auch einige Peitschenhiebe kassieren wird, dürfte er zu verkraften wissen. Vor allem mit der Gewissheit, dass er es zumindest für einen Augenblick geschafft hat, seinen Hörern die berüchtige Narrenmütze aufzusetzen - und nicht einmal das kann man ihm übel nehmen.

(Jennifer Depner)

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Worm's head
  • Under the influence of Jaffa cakes
  • Cake and July
  • Yellow teapot

Tracklist

  1. Worm's head
  2. Jessie the goat
  3. Go walking
  4. Lucid
  5. JD folk blues
  6. The last laugh
  7. Under the influence of Jaffa cakes
  8. Jelly belly
  9. Cake and July
  10. Chasing ticking crocodile
  11. Nothing is ever what it seems
  12. The running goblin
  13. The bull bites back
  14. Yellow teapot

Gesamtspielzeit: 40:38 min.