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The Airborne Toxic Event - The Airborne Toxic Event

The Airborne Toxic Event - The Airborne Toxic Event

Island / Universal
VÖ: 10.07.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Der liebe Leser

Manchen Leuten sollte man lieber kein Buch zum Geburtstag schenken. Sie haben nämlich oft schon eines. Bei Mikel Jollett, angehendem Schriftsteller und Sänger von The Airborne Toxic Event aus Los Angeles, dürfte der Fall anders liegen: Er kann gar nicht genug davon bekommen. Zur Not schreibt er einfach selbst eines. Und stellte so im Entstehungsprozess seiner Texte eines Tages fest, dass es sich beim in der Mache befindlichen Opus gar nicht um einen literarisches Werk, sondern um das Debüt seiner Band handelte, die er zuvor nach dem zweiten Teil von Don DeLillos postmodernem Roman "Weißes Rauschen" benannt hatte. Und doch ist dieses Album mehr etwas für Platten- denn für Buchkäufer. Besonders wenn einem vor Beginn der Aufnahmen gerade die Freundin davongelaufen ist, hilft ein dreiminütiger Rocksong nämlich eher weiter als ein dicker Wälzer mit einer Vorhaltezeit von etwa einem Monat.

"Wishing well" täuscht zwar eine kleine feine Ballade vor, bekommt binnen kurzem aber die Kurve zum frenetischen Indie-Durchdreher und liefert perfekten Nährboden fürs sägende Riffing von "Papillon". Trotzdem sind The Airborne Toxic Event keine simplen Krachschläger, sondern wissen sehr wohl mit ihren Kräften hauszuhalten. "Happiness is overrated" humpelt gebremst durch einen Tunnel aus Selbstzweifeln, stürzt dann in einen Orchestergraben voller Post-Punk-Riffs und fasst sich dabei erstaunlich kurz. Noch schneller ist "Does this mean you’re moving on?" unterwegs: In zweieinhalb Minuten wird die Beziehung über Bord geworfen, mit klirrendem Indie-Uptempo verdroschen und danach ungläubig angeglotzt. Und selbst wenn der komplette Freundeskreis seiner Ex ihn schon mit Blicken tötet, muss Jollett noch einmal nachfragen, ob es das jetzt wirklich schon gewesen sein soll. Denn eigentlich ist er ja doch ein ganz Lieber: "But you know those words that you said? They get stuck here in my head / And this feeling I dread? It makes me wish I was dead." Der Ärmste.

Da hilft nur eins: schnurstracks in einen Club gehen und die nächste Schönheit angraben, die dann aber leider mit einem anderen abzieht. Blendend in musikalische Form gebracht beim tollen "Somewhere around midnight", das die Streicher seufzen und der Melancholie freien Lauf lässt, bis der Song in eine bombastische Hymne mündet, angesichts derer selbst Adam Clayton von U2 inzwischen heftig genickt hat. Kann man auch - angesichts derart klug durchgestylter, scheppernder Songs, die einmal angetrunken ins Stadion wanken, wo gerade Interpol und Editors auftreten, und dann wieder mit einem kajalumrandeten Auge Richtung Emo-Rüttelei schielen. Bei The Airborne Toxic Event ist also nichts so schlimm, wie es scheint - nicht einmal, dass die Band sich noch nicht recht für eine der zahlreichen eingeschlagenen Richtungen entscheiden kann. Doch kein Grund zur Verzweiflung: Nicht nur in Irwin Shaws Kurzgeschichten, sondern auch in Jolletts Songs gibt es genug "Girls in their summer dresses". Schließlich haben auch andere Mütter schöne Töchter.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Papillon
  • Happiness is overrated
  • Does this mean you're moving on?
  • Sometime around midnight

Tracklist

  1. Wishing well
  2. Papillon
  3. Gasoline
  4. Happiness is overrated
  5. Does this mean you're moving on?
  6. This is nowhere
  7. Sometime around midnight
  8. Something new
  9. Missy
  10. Innocence
  11. The winning side
  12. This losing
  13. The girls in their summer dresses

Gesamtspielzeit: 48:36 min.

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