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Mutiny On The Bounty - Danger mouth

Mutiny On The Bounty - Danger mouth

Redfield / Cargo
VÖ: 05.06.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Das Elf-Finger-System

Die Welt ist doch auch so ein gottverdammtes Dorf. Wer mal seinen tiefergelegten Citroen 2CV durch das Großherzugtum Luxemburg spazieren gefahren hat, weiß das am allerbesten. Man hangelt sich dort von einem Örtchen zum nächsten, und irgendwann führen sowieso all diese Landstraßen in die Hauptstadt. Die Weinberge entlang der Mosel sind so hübsch wie alles in diesem Ländchen. Der größte Aufreger, auf den man dort trifft, ist die gesperrte Moselbrücke zwischen Perl-Nennig und Remich. Man muß sich noch nicht mal fürchten, auf einer dieser improvisierten Hauptstraßen liegen zu bleiben: Die nächste Tankstelle ist immer nur eine halbe Zigarette entfernt, wenn überhaupt. Und Benzin kostet in Luxemburg in etwa so viel wie in Deutschland Vitamalz. Keine Ahnung, wo die Luxemburger Mutiny On The Bounty die Inspiration für diese Platte herhaben. Unser Luxemburg-Korrespondent ist gerade auch im Urlaub. Da bleibt nur eines. Mutmaßen! Aus dem Plattenregal vielleicht?

Gut möglich, dass Mutiny On The Bounty dort in ihrem Regal das eine oder andere Progrock-Album stehen haben, das sie einst von ihren Eltern erbten. Wir würden ferner fast unseren Domain-Namen darauf verwetten, dass sie damals im benachbarten Trier dabei waren, als The Fall Of Troy den dortigen Exhaus-Club ganz wuschig gemacht haben. "Danger mouth" ist voll von kleinen Fingerübungen, an denen schon Karrieren zerbrochen sind. Griff-Flitzereien der Schwierigkeitsstufe 9, an denen sich Folk- und Lagerfeuergitarristen dereinst invalide spielten.

Darüber hinaus sind Mutiny On The Bounty eindeutig eine Punk- und Hardcoreband. Kein Song vergeht, der ohne ein Sperrfeuer auskommt. Kaum ein Takt, der nicht mit Hilfe von fiesen Synkopen und fieseren Breaks Verwirrung stiften soll. Das Erstaunliche an diesen Luxemburgern ist jedoch, dass sie - ob gewollt oder ungewollt - am Ende dann doch bei Liedern landen, die man auch in der Indie-Discothek auflegen kann. Und das nicht bloß, wenn einem vorher der Koffer mit den Hot-Hot-Heat-, Kings Of Leon- und We-Are-Scientists-Singles geklaut wurde. Musik wie die Tanzflächenversion jener The Fall Of Troy. Oder die Progvariante von The Robocop Kraus.

Wer zu Beginn des übrigens ziemlich famosen "Give me Linux or I will kick your ass" meint, sein CD-Spieler wäre kaputt, der hat bloß die restlichen neun Songs dieses Albums noch nicht gehört. Was folgt, sind die singendsten Leadgitarren seit Albert Hammond Jr.. Elektrisch verstärkte Gitarren, die manchmal klingen, als hätte man sie durch einen Synthesizer gejagt. Die drauflos gniedeln, als ginge es um einen landesweiten Talentwettbewerb. Die gerade in den reinen Instrumentals dieser Platte manchmal Melodien spielen, zu denen man versucht ist, niederzuknien. Wie gesagt, keine Ahnung, wo Mutiny On The Bounty das herholen. Aber stammen The Notwist nicht auch aus fucking Weilheim?

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Give me Linux or I will kick your ass
  • Continents
  • The art of escapology

Tracklist

  1. Call me Cheesus!
  2. Give me Linux or I will kick your ass
  3. Continents
  4. The art of escapology
  5. Cruz candelaria
  6. Go hide your neck
  7. Instructions to sink
  8. 1, 2, 3, 4 I declare thumb war
  9. Comfort in silence
  10. We are the men
  11. One man orchestra

Gesamtspielzeit: 40:31 min.

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