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Thursday - Common existence

Thursday - Common existence

Epitaph / SPV
VÖ: 13.02.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Alter und Schönheit

Thursday werden alt. Das kann man an vielen Sachen erkennen: Den nicht mehr ganz so jugendlich aussehenden Promobildern mit Fokus auf tiefen Augenringen, der mittlerweile beachtlichen Veröffentlichungsliste mit einer EP, einer völlig unterbewerteten Split-CD mit Envy, fünf Studioalben sowie dem Klassiker jeder Band, die den Absprung verpasst hat - eine Best-of mit beiliegender DVD. Hinzu kommen: mehr Trennungsgerüchte als ein Jahr einzelne Tage hat, kreative Differenzen mit dem Ex-Majorlabel und mit sich selbst sowie nicht zuletzt der baldige 30. Geburtstag von Sänger Geoff Rickly. Ab dann wird es bekanntlich schwierig, im Haifischbecken der jungen wilden Bands noch so richtig Hardcore sein zu wollen. Im Umkehrschluss jedoch hat das Älterwerden auch seine guten Seiten: Man wird in der Regel genügsamer, anspruchsvoller, umgänglicher und vielleicht sogar zufriedener. All das hört man "Common existence" an.

Vor allem ist es ein guter Querschnitt, der gewissermaßen zwischen jugendlicher Intensität und der früheren Rohheit schwankt, gleichzeitig aber auch in sich wesentlich komplexer, homogener und verspielter wirkt. "Resuscitation of a deadman" und "Last call" erinnern dabei noch am ehesten an ältere Veröffentlichungen. Spätestens aber ab "As he climbed the darkmountain", das man schon von der erwähnten Envy-Split kennt, zeigt sich die Weiterentwicklung deutlich: zurück zum Geschrei und hin zum gedankenversunkenen Ende. Überhaupt ist "Common existence" auf kompletter Länge erfreulich agil und abwechslungsreich. Manche werden daher behaupten, die Band sei jetzt endlich auf dem Zenit ihrer Karriere und das hier wäre die eigentliche Best-of. Besonders "Beyond the visible spectrum", das balladenhafte "Time's arrwow" und das postrockige "Circuits of fever" unterstreichen solche Gedanken. Von wegen altgewordene Emo-Band!

Erstaunlich ist allerdings nicht nur, wie konsequent Thursday ihre Entwicklung fortführen, sondern auch, wie selbstverständlich sie dies tun. Als sei es völlig normal, zu einem Zeitpunkt noch einmal derart aufzublühen, an dem viele die Band schon abgeschrieben haben. Je länger das Album dauert, desto mehr tasten sich Thursday an andere, neue Ufer heran. So könnte ein Song wie "Love has led us astray" auch gut und gerne von fortgeschrittenen Träumern wie The Appleseed Cast stammen. Und doch schließt sich im finalen "You were the cancer", an dessen Ende auch noch einmal geschrien werden darf, der Kreis zum Anfang. Verweichlichung kann der Band also niemand vorwerfen. Nur die üblichen Pogo-Hits darf man vermissen. Aber aus dem Alter sind Thursday ja mittlerweile raus.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Beyond the visible spectrum
  • Time's arrow
  • Circuits of fever

Tracklist

  1. Resuscitation of a deadman
  2. Last call
  3. As he climbed the darkmountain
  4. Friends in the armed forces
  5. Beyond the visible spectrum
  6. Time's arrow
  7. Unintended long term effects
  8. Circuits of fever
  9. Subway funeral
  10. Love has led us astray
  11. You were the cancer

Gesamtspielzeit: 44:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
rainy april day
20.12.2009 - 22:20 Uhr
Oh yes. Wohl mein Album des Jahres. Die erste Albumhälfte knallt immer noch alles weg.Song 1-5 alle 10/10.
toolshed
21.12.2009 - 03:34 Uhr
So sehr ich diese Band auch mag, und so toll das Album auch ist, es wird wohl eher im unteren Mittelfeld meiner Jahresliste platziert sein, da ich diese Scheibe - aus mir unterklärlichen Gründen - ziemlich vernachlässigt habe..
Daharka
02.02.2011 - 00:39 Uhr
http://www.spin.com/articles/hear-music-thursday-reveal-edgy-new-album

neuer song, soll der poppigste der platte sien, platte soll "anders" werden, abwarten!
Flashover
02.02.2011 - 00:51 Uhr
Thursday sind die einzige Band aus dieser Sparte, die ich mir immer noch anhöre. Ich freue mich auf ihr neues Werk.
Mugged
02.02.2011 - 10:02 Uhr
Hmm. Der Song hört sich tatsächlich nicht Thursday-like an, von Rickleys charakteristischer Stimme mal abgesehen. Überrascht mich ehrlich gesagt noch mehr, als damals Counting-5-4-3-2-1. Allerdings auch positiver, da ich letzteres zuerst überhaupt nicht mochte. Wobei im Artikel auch erwähnt wird, dass mit 'Past and Future Ruins' und 'Turnpike Divides' auch wieder härtere Sachen auf dem Album sein werden. Ich bin mal gespannt, wie sich das zu einem Gesamteindruck zusammenfügt.
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