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Joey Cape - Bridge

Joey Cape - Bridge

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 02.10.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Olle Kamellen

Empörung macht sich breit. So was will ein Punkrocker sein? Ein Urgestein der dreiakkordigen Musik? Und dann das: "The Ramones are dead". Gleich zu Beginn seines solistischen Erstlingswerkes dürfte sich manch alteingesessener Wegbegleiter der Lagwagon-Legende Joey Cape verdutzt am Iro kratzen und fragen, ob der gute Herr noch alle Sinne beisammen hat. Doch keine Angst - er hat sie noch. Und singt wie gehabt über Dinge, die jeder nachvollziehen kann. Zum Beispiel alte Kamellen der (eigenen) Vergangenheit. Sorry, Dee Dee, Joey, Johnny & Konsorten: Das betrifft auch Euch.

Capes Auftakt-Nummer, die er auch schon im Kontext seines Power-Pop/Rock-Projektes The Playing Favorites präsentiert hat, bildet gleichzeitig die Sperrspitze eines im Großen und Ganzen eher durchschnittlichen Solodebüts. Um ehrlich zu sein, hätten ohne Capes Popularität und sein bisheriges Schaffen als Musiker und Produzent (für etwa The Ataris, Nerf Herder) wohl nur die Wenigsten überhaupt Notiz von "Bridge" genommen. Singer/Songwriter-Mucke gibt es schließlich mehr als genug. Was man Cape aber zugutehalten muss: Einen wirklich schlechten Song gibt dieses akustische Dutzend nicht her. Dafür aber Stücke wie "Mission unaccomplished", "Gun it, no don't" oder "Who we've become", deren einziger Wiedererkennungswert Capes unverwechselbare Stimme ist. Ansonsten rinnen die Minuten plätschernd herunter und taugen bestenfalls als Hintergrundmusik für einen winterlichen Kaminabend.

Erfreulich dagegen, wie die sympathische Kratzbürste es schafft, alleine mit Gitarre und Stimme wundervolle Melodiebögen hervorzuzaubern und dabei trotzdem alles andere als balladesk zu wirken. "Errands" ist so ein Fall. Das gediegene "Canoe", inklusive Kinderstimmensample, ebenfalls. Doch aufgepasst! Bei "We're not in love anymore" oder "Memoirs and landmines" schrammt Cape haarscharf am Kitsch vorbei. Dass er die leisen Töne auch mit der gewissen Coolness eines Punkrockers beherrscht, beweist hingegen "Non sequitur", das sich zwischendurch gar in überraschend gut passende instrumentale Pluckereien verliert, ehe "No little pill" kopfnickend einen kleinen Country-Abstecher macht. Davon und vom abschließenden "Home", das plötzlich in Pixies-ähnliche Gefilde abdriftet, hätte Cape gerne etwas mehr bringen können. So läuft er Gefahr, langsam selbst zur alten Kamelle zu werden.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • The Ramones are dead
  • Errands
  • Non sequitur

Tracklist

  1. The Ramones are dead
  2. Errands
  3. We're not in love anymore
  4. Canoe
  5. B side
  6. Memoirs and landmines
  7. Non sequitur
  8. No little pill
  9. Mission unaccomplished
  10. Gun it, no don't
  11. Who we've become
  12. Home

Gesamtspielzeit: 36:43 min.

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