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Pop Levi - Never never love

Pop Levi - Never never love

Counter / Ninja Tune / Rough Trade
VÖ: 11.07.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Klang am Ruin

Wunderkinder gibt es immer wieder. Jonathan Pop Levi zum Beispiel, wie der Herr mit vollem Namen heißt, dem das Eichhörnchen auf dem Kopf sogar schon einmal einen Job als Frisurenmodel eingebracht hat. Natürlich nur nebenbei. Denn auch wenn der in Los Angeles lebende Engländer mal bei Ladytron Bass gespielt hat und mit der Band Super Numeri experimentelle Instrumentalmusik fabriziert, könnte der Name gar nicht besser passen. Levi versteht was von Pop. So viel, dass Ninja Tune für ihn sogar ein eigenes Sublabel gegründet hat. Heimgezahlt hat er ihnen das mit seinem ersten Album "The return to form black magick party", einem dicken, glamourösen Ding, das jedoch nicht ohne Käsigkeiten auskam. Dass da bestimmt noch mehr geht, war schon unschwer zu erkennen.

Dabei scheint auf "Never never love" zunächst alles beim Alten geblieben zu sein: Mit "Wannamama" pflanzt Pop Levi direkt zu Beginn eine Bretterbude in die Landschaft, die sich gewaschen hat. Oder auch nicht. Mit Falsettgesang, Hals über Kopf auf die Tanzfläche stürzendem Uptempo und dreckig überrissenen Gitarrenriffs - ein Song, den man trotz überschaubarer Textmenge hemmungslos mitsingen muss. Direkt danach wankt das Titelstück auf einem denkbar gegen den Strich frisierten Dubstep-Beat vorbei und kriegt erst auf halber Strecke die Kurve zu einem mutierten Rocker, dessen Refrain man dann aber auch mit handelsüblichen Korkenziehern nur schwer wieder aus dem Gehörgang bekommt. Und spätestens da geht sie los, die kunterbunte Einfalls-Show namens "Never never love". Mit allem drin, was Popmusik peinlich, aber auch verführerisch machen kann. Proto-Rock'n'Roll und dicke Spandexhosen, breitbeiniger Soul und glitzernde Disco-Outfits. Und würde Pop Levi so was tragen, hätte er dieses Album vermutlich mal eben aus dem paillettenbesetzten Ärmel geschüttelt.

Sicher hakt es hier und da. "Calling me down" und "Fountain of lies" zum Beispiel können vor überdosiertem Bee-Gees-Satzgesang kaum aus den Augen gucken. "Oh God (What can I do?)" ginge als legitimer Nachfolger des Clubhits "Sugar assault me now" durch, wenn die Rock'n'Roll-Walze nicht plötzlich mutwillig im A-B-Repeat-Modus vor die Wand fahren würde. Ein Faustschlag, der auf "Never never love" allerdings zu den Ausnahmen gehört. Beim verbreakten Funk-Shuffle "Fire on your feet" qualmen dann nämlich sicher auch den Labelkollegen von The Heavy die Socken, und auf "Everything & finally" prügelt sich Levi so lange mit Prince Rogers Nelson und widerspenstiger Elektronik herum, bis feststeht: "We ruin that sound". Und das äußerst effektiv, denn der Trick bei diesem Album ist, dass man nicht alles daran mögen muss und es auch ohne eingehende Vorkenntnisse über Prince, Led Zeppelin, David Bowie und tausend andere gut finden kann. Es funktioniert aber genauso als fröhlicher Hoppe-Reiter-Spaß durch die Musikgeschichte der letzten knapp 40 Jahre. Hier ist alles Pop, Soul, Disco und Rock'n'Roll - und sieht dabei auch noch verdammt gut aus. Nicht, dass das am Ende doch an der Frisur liegt.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Wannamama
  • Never never love
  • Fire on your feet
  • Everything & finally

Tracklist

  1. Wannamama
  2. Never never love
  3. Dita Dimoné
  4. Semi-babe
  5. Fire on your feet
  6. Mai's space
  7. You don't gotta run
  8. Oh God (What can I do?)
  9. Everything & finally
  10. Love you straight
  11. Call the operator
  12. Calling me down
  13. Fountain of lies

Gesamtspielzeit: 43:26 min.

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