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The Whip - X marks destination

The Whip - X marks destination

Southern Fried / PIAS / Rough Trade
VÖ: 06.06.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Ameisen im Urlaub

Zwei Wochen Tunesien, pralle Sonne, keine Arbeit, keine Verpflichtung, aber dann Ameisen auf dem Zimmer. Konzert der Lieblingsband, zwei Stunden geile Show, aber der Lieblingssong fehlt. Es sind oftmals Kleinigkeiten, die uns im Alltag stören. Nun liefern The Whip ihr Debütalbum "X marks destination" ab, und auch hier stört irgendwas. Vermutlich ist es die Erwartungshaltung, die die Vorabsingle "Trash" geschürt hat.

Dieses "Trash" nämlich, hier der Opener des Albums, geistert schon seit Jahren (!) durch die Indie-Clubs des Landes. Zwei Minuten lang prescht der Bass ungestört und peitschend nach vorne, ehe Sänger Bruce Carter in feinster Punk-Attitüde "I wanna be trash" gröhlt und somit eigentlich den Startschuss für ein äußerst tanzbares Electro-Acid-House-Pop-Album gibt. Eigentlich. Es wäre nun ein leichtes mit einer Justice-Nummer wie "Divebomb" nachzulegen. Den Song, den das Trend-Label Kitsuné genau wie auch "Trash" auf eine seiner Compilations gepresst und damit die Aufmerksamkeit für The Whip gesteigert hat. Vermutlich wäre die Stringenz gelobt worden, wenn sie von der ersten bis zur letzten Minute dreckigen Nu-Rave abliefern würden. Stattdessen folgt jedoch eine Hommage an New Order. "Frustration" knüpft beispielsweise nahtlos an "Krafty" von New Orders letztem Studioalbum "Waiting for the sirens call" an. Auch "Sirens" und "Dubsex" stünden Bernhard Summer vermutlich gut zu Gesicht, zumal die Synthie-Flächen der Songs wie Versatzstücke der Popveteranen durch die Zeilen geistern. Dass beide Bands aus Manchester stammen, trug zum Whipschen Popverständnis sicherlich nicht nur einen geringen Teil bei.

Popmusik als Zwischenspiel im Electroclash - The Whip sind dieses Risiko eingegangen. Vermutlich in dem Drang, möglichst schnell möglichst viele Facetten aufzubieten und sich mit kalkuliertem Wagemut aus der Nu-Rave-Wave-Pop-Szene herauszustechen. Das Risiko wird nicht belohnt. Die Songs stehen nebeneinander und doch für sich alleine, weil die Idee dahinter noch nicht ausgereift ist.

Am Ende des Jahres wird man zu The Whip immer noch tanzen können. Keine Frage. Dazu sind das rotzige "Trash", das hervorragende "Fire" und das fröhliche "Sister Siam" einfach zu elektrisierend. Selbst die meisten New-Order-Plagiate gehen durchaus in Ordnung. Aber die verstörend-verwirrende Anordnung der Songs machen das Album eben zum Äquivalent zu Ameisen im Urlaub und dem fehlenden Lieblingssong auf dem Konzert.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Trash
  • Fire
  • Divebomb
  • Sister Siam

Tracklist

  1. Trash
  2. Frustration
  3. Fire
  4. Save my soul
  5. Sirens
  6. Divebomb
  7. Blackout
  8. Muzzle #1
  9. Sister Siam
  10. Dubsex

Gesamtspielzeit: 51:27 min.

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  • The Whip (7 Beiträge / Letzter am 22.03.2008 - 02:51 Uhr)