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Eels - Meet the Eels (Essential Eels Vol. 1 1996-2006)

Eels - Meet the Eels (Essential Eels Vol. 1 1996-2006)

Vagrant / Universal
VÖ: 15.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Beautiful freak

Es ist vielleicht die größte Stärke von Mark Oliver Everett, dass ihm nichts egal sein kann. Er hat Lieder über das Essen in Krankenhäusern geschrieben und ließ sich auch mit sanfter Plattenfirmengewalt nicht davon abbringen, seinen zärtlichsten Song "It's a motherfucker" zu nennen. Er hat seinen potentiell größten Hit "Mr. E's beautiful blues" als Bonus Track auf "Daisies of the galaxy" versteckt, weil er nicht zum Fluss der Platte passte - und als ihm die jahrelange Arbeit an "Blinking lights and other revelations" langsam über den Kopf hinauswuchs, sah er sich gezwungen, zur Ablenkung einfach ein anderes Album aufzunehmen. Also Ehrensache: dass auch ein Best Of der Eels nach seinen höchstpersönlichen Regeln funktionieren muss.

Dabei geht es nicht einmal darum, wie selbstverständlich "Meet the Eels" (genau wie sein Raritäten-Kompagnon "Useless trinkets") am Weihnachtsgeschäft vorbei veröffentlicht wird. Es wird einfach unmittelbar klar, dass man es ausnahmsweise mit einer Compilation zu tun hat, die nicht nur unter Mitwirkung des betroffenen Künstlers entstanden ist, sondern dass dieser Künstler sich dabei sogar Mühe gegeben hat. "Meet the Eels" ist ein Liebhaberstück, von der eigenwilligen Songauswahl über die Zusatz-DVD mit allen Eels-Videos bis zu Everetts trockenhumorigen Track-by-Track-Linernotes. Wer sich mit seinen Schönheitsfehlern und Eigenarten arrangiert, wird deshalb mit dem Eindruck belohnt, einer Band auf Augenhöhe und persönlicher Ebene begegnen zu können.

Dazu gehört dann allerdings auch ein holpriger Einstieg: "Novocaine for the soul" und insbesondere "Susan's house" vom Debütalbum "Beautiful freak" klingen zwölf Jahre später nach schlecht gealterten Ziellosigkeiten, die nicht zur damals um sich greifenden Alternative-Rock-Epidemie gehören wollten, aber auch keine Ahnung hatten, wie man sich davon abgrenzen könnte. Mehr Wiederhörensfreude dann schon bei "Last stop: this town" - es ist eines der zuversichtlicheren Durchhaltelieder vom düster-trotzigen Album "Electro-shock blues", das für die Entwicklung der Eels wichtiger als jedes andere war, und leitet deshalb sehr treffend zu den vergleichsweise unbeschwerten Songs der "Daisies of the galaxy"-Ära über. Rührseligeren, gemütvolleren und schöneren Pop als hier hat Everett nie geschrieben.

Während die Leute noch darin schwelgten, ließ sich der ewig Grantelnde allerdings schon die Backen zuwachsen, um auf "Souljacker" als ungewaschene Straßenköterversion seiner selbst wiedergeboren zu werden. Bis heute sucht man vergeblich nach Menschen, die sich dem räudigen, garstigen, ganz und gar bösartigen Titelstück dieser Platte in den Weg stellen würden - und fragt sich in etwas kleineren Buchstaben, mit welchen Tabletten die Song gewordenen Migräneanfälle von "That's not really funny" wohl behandelt werden können. "Meet the Eels" trifft eine wichtige und richtige Entscheidung, wenn es danach wieder zum Leichtgewichtler wird: Ein zerschossenes "Get Ur freak on"-Cover finanziert Missy Elliott die nächsten Adidas-Sneaker, und "Saturday morning" vertritt in all seiner einfältigen, prächtigen Hitverdächtigkeit das beinahe komplett live eingespielte Brückenalbum "Shootenanny!"

Erst nach diesem Pausenfüller konnte Everett "Blinking lights and other revelations" fertig stellen, dass vor allem in seiner 90-minütigen Gänze funktioniert und deshalb auf "Meet the Eels" mit vier Songs überrepräsentiert scheint - zumal man die unangenehm aufdringlichen Lebensplattitüden von "Hey man (Now you're really living)" ohnehin nie wieder hören wollte. Auf diesem Album liefen alle Eels-Fäden zusammen; es kam einem vorgezogenen Karriereüberblick gleich, den "Meet the Eels" nun mit tatsächlich alten Songs komplettiert. Das große Ausleeren der Reservetanks scheint also angebracht und Everett sich selbst in Zugzwang bringen zu wollen. Was auch immer er als nächstes vorhat - wir wären dann so weit für die mittelalten Eels.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Last stop: this town
  • Flyswatter
  • I like birds
  • Mr. E's beautiful blues
  • It's a motherfucker
  • Souljacker part 1
  • Saturday morning

Tracklist

  • CD 1
    1. Novocaine for the soul
    2. Susan's house
    3. My beloved monster
    4. Your lucky day in hell
    5. 3 speed
    6. Last stop: this town
    7. Climbing to the moon (Jon Brion remix)
    8. Flyswatter
    9. I like birds
    10. Mr. E's beautiful blues
    11. It's a motherfucker
    12. Souljacker part 1
    13. That's not really funny
    14. Fresh feeling
    15. Get Ur freak on
    16. Saturday morning
    17. Love of the loveless
    18. Dirty girl (Live at Town Hall)
    19. I need some sleep
    20. Hey man (Now you're really living)
    21. I'm going to stop pretending that I didn't break your heart
    22. Trouble with dreams
    23. Railroad man
    24. Losing streak
  • DVD 1
    1. Novocaine for the soul
    2. Susan's house
    3. Rags to rags
    4. Your lucky day in hell
    5. Last stop: this town
    6. Cancer for the cure
    7. Flyswatter
    8. Souljacker part 1
    9. Saturday morning
    10. Hey man (Now you're really living)
    11. Trouble with dreams
    12. Dirty girl (Live at Town Hall)

Gesamtspielzeit: 124:39 min.

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