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Superpunk - Why not?

Superpunk - Why not?

Tapete / Indigo
VÖ: 25.01.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Eine Mängelliste

Der nörgelige Rock'n'Soul von Superpunk pfiff mindestens schon auf "Wasser marsch" fröhlich auf bürgerliche Werte. Während die Hamburger sich damals noch "Neue Zähne für meinen Bruder und mich" besorgen wollten und deswegen ein paar Skrupel hatten, zucken sie auf "Why not?" mittlerweile nur noch mit den Schultern. Das Leben ist eben scheiße geblieben. Was nützt schon das Bonusheft fürs Gebiss in Zeiten der Praxisgebühr?

Da helfen selbsterfüllende Prophezeiungen wie "Ich find alles gut" nicht weiter. Mit Slogans wie "Baby, ich bin zu alt" oder "Ich funktioniere nicht mehr" sind Superpunk nämlich ganz down mit Hartz IV und ALG 2. Sie leisten sich abgewohnte Harmoniewechsel und Grooves aus dem Second-Hand-Möbelhaus. Und trotzdem sind sie zurecht stolz drauf. Thies Mynthers Farfisa-Orgel wimmert zu satten Muckerbässen, so dass weder Booker T. & The MG's noch The Meters weit weg sind. Vom großen Teich und dem einen oder anderen Jahrzehnt abgesehen natürlich.

Die Songs stolpern derweil angenehm über gut abgehangene Drei-bis-vier-Akkord-Klischees. Der dafür nötige Mut zur Uncoolness sorgt hier für sichere Gewinner. Wenn Superpunk über "Parties in München" spotten, haben sie doch für jeden noch eine Ecke Sympathie übrig. Sie jubeln alten Lieblingsschallplatten hinterher und erinnern noch einmal daran, dass das böse "Home taping" die Musik damals dann doch nicht umgebracht hat. Sie reihen sich in "Bon Scott" in die lange Liste populärer Leichen ein, weil es ihnen selbst auch gerade nicht so gut geht. Trotz aller aufgezählten Mängel hat man den abgewetzten Kram aber längst ins Herz geschlossen.

Da darf ein wenig zwinkernde Selbstbeweihräucherung wie "Carsten ist mein Name" auch noch sein. Dafür, dass dieser Carsten Friedrich aber eigentlich immer noch nicht wirklich singen kann, steckt verdammt viel schmucker Chorgesang über hemdsärmelnden Schrammlern wie "Ich trinke" und "Ja, ich bereue alles" oder dem rumpeligen Twang von "Oh, alter Punk". Immer mehr werden Superpunk damit zu Brüdern im Geiste der ollen Blues Brothers. Wenn es ohnehin nur zwei Arten von Musik gibt, sind wir mit Rock und Soul doch bestens bedient.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Ich find alles gut
  • Baby, ich bin zu alt
  • Bon Scott
  • Auf Tape

Tracklist

  1. Ich find alles gut
  2. Ja, ich bereue alles
  3. Baby, ich bin zu alt
  4. Bon Scott
  5. South Beach
  6. Hamburg ist der Platz für Dich
  7. Parties in München
  8. New York, USA
  9. Ich trinke
  10. Carsten ist mein Name
  11. Ich funktioniere nicht mehr
  12. Auf Tape
  13. Eine schärfere Welt
  14. Oh, alter Punk

Gesamtspielzeit: 44:39 min.

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