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Empty Trash - Confession

Empty Trash - Confession

Capitol / EMI
VÖ: 23.11.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Deine Stimme zählt

Dad gave rock'n'roll to you

"Deutschland sucht den Superstar" - um dem Erwähnungszwang in einer Empty-Trash-Rezension gleich zu Anfang gerecht zu werden - ist eine dieser Filmriss-Shows: Man kann sich hinterher irgendwie an nichts mehr erinnern. Von der vierten Staffel blieb höchstens der lustige Irre im Gedächtnis, der extra aus Kanada angereist war, um Dieter Bohlen ein Glas Wasser ins Gesicht zu schütten. Dabei gab es doch sogar einen zünftigen Skandal: Bohlen hatte dem achtzehnjährigen Max Buskohl aus Berlin attestiert, dass er zwar nicht singen könne, aber immerhin ein guter Typ sei - straßenköterblond, Rock'n'Roll-schlaksig, unterlippengepierct. Weil das offenbar fast schon reicht, um Superstar zu werden (oder weil Bohlen falsch lag), röhrte Buskohl sich mit dem Killers-Hit "When you were young" ins Finale, um dann keine 24 Stunden später äußerst medienwirksam aus dem Wettbewerb auszusteigen. RTL weigerte sich nämlich, seine Schülerband Empty Trash mit ins Boot zu holen, und sowieso sei seine "DSDS"-Teilnahme nichts weiter als ein Versehen gewesen. Wette und so.

Nun hat Buskohl aber neben ziemlich guten Nerven auch einen Daddy, der ungefähr doppelt so viel Ahnung von Musik hat wie Bohlen und der sich seinen hübsch alliterierten Künstlernamen redlich verdient hat: Carl Carlton kollaborierte als Musiker und Produzent mit Peter Maffay, Udo Lindenberg und Wolfgang Niedecken, denen man ja vieles vorwerfen, aber ganz bestimmt nicht ihre musikalische Professionalität absprechen kann. Logisch also, dass er jetzt dem Sohnemann und dessen vier Kumpels als Mentor, musikalischer Leiter und Co-Produzent bei den Aufnahmen des Empty-Trash-Debüts "Confession" zur Seite stand. Die zwölf Songs verzapfte Buskohl junior allerdings im Alleingang, und man muss schon zugeben: Für einen ehemaligen Castingshow-Sänger ist es bemerkenswert, wie präzise und abgeklärt er die Riffs aneinandertackert und mitgrölfreundliche Refrains aus den Stimmbändern katapultiert. "Straight rock" nennen die Jungs das selbst. Passt.

Was auch passt, sind diese niedlichen Klischees: Durch den Vorspann taumelt die obligatorische verzerrte Gitarre, "This album should be played loud!" empfiehlt die Band im Booklet, beginnt ihre Blog-Einträge mit "Hi Träsha!" und schließt sie mit einem lässigen "Keep rockin'!". Dass Empty Trash stets den Weg des größten Wiedererkennungswertes gehen und dabei natürlich die Originalität auf der Strecke bleibt, ist schade, aber verzeihlich. Denn eines muss man den Bürschchen wirklich lassen: Sie besitzen eine juvenile Authentizität und Leidenschaft, die sich keine Marketing-Abteilung ausgedacht haben kann. Und das ist nicht nur für eine Band beachtlich, die gerade erst seit zwei Jahren besteht - es ist überhaupt erstaunlich, wie routiniert die fünf Freunde den Rock'n'Roll jonglieren. Dass mal jemand die Lyrics hätte Korrektur lesen müssen, ist ein ganz anderes Thema.

Vergleichsweise wenig zu entdecken gibt es in musikalischer Hinsicht: In neun von zwölf Fällen überlassen Empty Trash ihren Verstärkern das Kommando und liefern äußerst solide Akkordarbeit ab, süffig gemixt von The-Hives-Produzent Pelle Gunnarfeldt. "Ring the alarm", "Limited", "Romance" - alles ganz klassische Rocknummern, die erst mal ein bisschen störrisch herumgaloppieren, um sich im Refrain dann doch bereitwilligst von Melodieseligkeit zähmen zu lassen. "I.M.B.T.I.W.R.T.P." ("It's my bill that I was ready to pay") ist die einzige echte Ballade auf "Confession" und hat rein gar nichts mit Tokio Hotel zu tun, versprochen. Als tatsächlich musikalisch überraschend erweist sich eigentlich nur das bluesige "Last man in the bar" - man könnte Buskohl hier glatt für Paolo Nutinis Zwillingsbruder halten. "Tell my story (Syllables & riddles)", ausnahmsweise mal eine Akustiknummer, hätte das große Highlight werden können, wenn's nicht schon nach zweieinhalb Minuten vorbei wäre. Trotzdem machen Empty Trash auf ihrem Debüt eine Menge richtig und haben den Filmriss-Shows eines ganz sicher voraus: Man wird sich an sie erinnern können. Sogar wegen ihrer Musik.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Ring the alarm
  • Limited
  • Last man in the bar

Tracklist

  1. Ring the alarm
  2. Garden of the growing hearts
  3. Confession
  4. Dirty habits
  5. Limited
  6. Last man in the bar
  7. Romance
  8. I.M.B.T.I.W.R.T.P.
  9. LA queen
  10. Tell my story (syllables & riddles)
  11. Life's a tune
  12. I need

Gesamtspielzeit: 44:37 min.

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