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Seether - Finding beauty in negative spaces

Seether - Finding beauty in negative spaces

Wind Up / Sony BMG
VÖ: 16.11.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Der Murmeltiertag

Wo bin ich? Wie spät ist es? Welches Jahr haben wir? Über den reichlich bedienten Misanthropen Bill Murray in "Und täglich grüßt das Murmeltier" konnte man gut lachen, so wunderbar absurd war die Vorstellung, im ewiggleichen Tageslauf, in einer unendlichen Wiederholung gefangen zu sein. Im Film wird aus dem griesgrämigen Protagonisten Stück für Stück ein hilfsbereiter Menschenfreund, der schlussendlich durch seine persönliche Läuterung und die Kraft der Liebe aus dem Repeat-Leben entkommt. Doch das Leben ist kein Film, und der musikalische Murmeltiertag, den eine Seether-Albumveröffentlichung mal wieder mit sich bringt, entpuppt sich dann doch als weit weniger witzig als gedacht. Oops, they did it again.

Seether sind also zurück. Der denkbar langweiligste Satz, den man über diese Tatsache verlieren kann, ist der treffendste. Die Südafrikaner neo-grungen auch auf "Finding beauty in negative spaces" ehrfürchtig um die Großtaten alter Helden herum, mengen ihrerseits nur noch moderne Härte und Radiotauglichkeit bei. Gelegentlich meint man sogar, die Referenzen wären deutlich neueren Datums. Klingen Songs wie "Rise above this" oder "Six gun quota" doch durchaus, als hätte man in der großen Pause heimlich bei Nickelback und Creed abgeschrieben. Hörbarer, moderner Rock, irgendwie ok halt - aber trotzdem ärgerlich, seiner Austauschbarkeit und Glätte wegen.

Zumindest in einigen Tracks durchbricht die mittlerweile zum Dreier geschrumpfte Band das kalkulierte Selbstzitat. Das Mini-Epos "No jesus christ" liefert beispielsweise in sieben Minuten Tool-Basslinie, Brüllattacke, getragenen Gesang und ein Outro, dass sich Zeit nimmt, um wieder runter zu kommen. Auch ein packender Song wie "Eyes of the devil" macht klar, dass Shaun Morgans Reibeisenorgan nicht nur an der emotionalen Oberfläche kratzten kann. "Jesus save me" fleht der Sänger, den das Schicksal im letzten Jahr seines Bruders beraubte, am Ende des Songs - und findet in diesem Moment trotz pathetischer Lyrics beides: die Schönheit in einem dunklen Augenblick und einen Weg, Gänsehaut statt Schulterzucken zu erzeugen.

Unterm Strich ist aber auch das noch zu wenig. "Fallen" klaut bei Marilyn Manson, die Single "Fake it" bei The Offspring (!), und auch sonst liefert man viel, was so schon etliche Male veröffentlicht, konsumiert und wieder vergessen wurde. Tausend Mal gehört, tausend Mal hat's nicht gestört. Man könnte spekulieren, warum Seether einen selten mehr als ein paar Momente mitreißen können. Schlecht waren sie schließlich nie. Trotzdem ist irgendwie alles beim Alten, "Finding beauty in negative spaces" ist "Karma & effect" ist "Disclaimer" ist Seether. Vielleicht einfach 'ne Nacht drüber schlafen. Morgen sieht die Welt sicher gleich ganz anders aus.

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

  • No Jesus Christ
  • Eyes of the devil

Tracklist

  1. Like suicide
  2. Fake it
  3. Breakdown
  4. FMLYHM
  5. Fallen
  6. Rise above
  7. No Jesus Christ
  8. Six gun quota
  9. Walk away from the sun
  10. Eyes of the devil
  11. Don't believe
  12. Waste

Gesamtspielzeit: 50:41 min.

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