Archivsuche

Listen

Suche bei Amazon

Partnerangebote



skyscraper_free_trial


Mein BASE


www.titus.de

eXTReMe Tracker

The Cribs - Men's needs, women's needs, whatever

The Cribs - Men's needs, women's needs, whatever

Wichita / Warner
VÖ: 21.09.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Prügelknaben

Es ist eine undankbare Aufgabe, die sie zu bewältigen haben, ein schwieriges Amt, das sie bekleiden: Bands wie die Cribs werden gerne mal zu Sündern für den Bockmist von anderen erklärt, die es irgendwie doch nicht besser verdient haben. So wirken sie mit ihrem britifizierten Pop-Punk stets überholt, obwohl sie im Grunde nichts anderes machen, als ihren eigenen Referenzkatalog unter Missachtung jeglicher Verkehrsregeln zu überholen. Weil sie stets diesen Schritt voraus zu sein scheinen und doch den neu gewonnenen Ansprüchen hinterherhinken. Und weil sie ihre Sache doch derart gut machen, dass man nachdenklich wird, ob nun der Kopierer oder der Kopierte den Rock des Anstoßes ins Rollen gebracht hat? Eine Frage, die man nicht gern haben kann, wenn man sich erst einmal in die Futureheads oder Maxïmo Park verguckt hat. Doch, wie immer, so ist auch diese Psychologie zu einfach gedacht.

Denn Platten wie die der Cribs messen sich im Grunde an ihrem Hitpotential. Auch das mag unfair erscheinen, doch wer, wie zuletzt auf "The new fellas", Übersongs wie "Hey scensters!" fabriziert, der legt die Messlatte auch für den Rest seiner Stücke deutlich über Ausdruckstanzarmlänge. Auf "Men's needs, women's needs, whatever", produziert von Franz Ferdinands Alex Kapranos, heißen die Hits "Moving pictures", "Men's needs" und "Our bovine public". Wenn hier kurzlebige Gitarrentakte den Rhythmus ausbuchten, ein Bassbreak die Strophe melancholisch nach außen wölbt oder einfach ein energetischer Eifer zu allen Seiten zugleich explodiert, kann der Rest des Albums auf dem Rücken dieser songgewordenen Katzenbuckel eigentlich nur ausrutschen, abschmieren, sich auf der Zielgeraden den Kiefer aufschlagen.

Dass solch ein Hellride aber durchaus Laune machen kann, beweisen The Cribs mit Songs wie "My life flashed before my eyes", "Ancient history" oder dem von Lee Ranaldo (Sonic Youth) kongenial zerschwafelten "Be safe". Hier scheinen schnell geschlagene Akkorde im Noisetaumel ihrer Bestimmung zu entfliehen. Denn irgendwann muss auch einfach mal Schluss sein mit all den zackig-nervösen Disco-Allüren. Anderes hetzt allerdings zu offensichtlich der konzentrierten Hit-Attitüde hinterher, um so paradoxerweise teils im Raketentempo an den eigenen Ansprüchen vorbeizurasen. Und das ist schon etwas seltsam mit anzuhören.

Somit bleiben die Cribs auch auf "Men's needs, women's needs, whatever" eine Singlesband. Ihre Songsammlung gleicht einer Achterbahnfahrt, die ebenso anpeitscht, wie den ein oder anderen, auf dem Schienenstrang natürlich absolut gefahrlosen, Sekundenschlaf verursacht. Dennoch bleibt man irgendwie dankbar, dass es sie gibt. Denn immerhin schüren sie stets ein Feuer, an dem sie sich selbst immer wieder die Finger verbrennen. Und schießen nach wie vor bloß die Böcke ab, die andere freigelassen haben. It's a dirty job. Aber irgendwer muss und sollte ihn schließlich machen.

(Tobias Hinrichs)

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Men's needs
  • Moving pictures
  • Ancient history

Tracklist

  1. Our bovine public
  2. Girls like mystery
  3. Men's needs
  4. Moving pictures
  5. I'm a realist
  6. Major's titling victory
  7. Women's needs
  8. I've tried everything
  9. My life flashed before my eyes
  10. Be safe
  11. Ancient history
  12. Shoot the poets

Gesamtspielzeit: 43:35 min.

Threads im Plattentests.de-Forum