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Fog - Ditherer

Fog - Ditherer

Lex / Warp / Rough Trade
VÖ: 17.08.2007

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Logikwölkchen

Als sich das Debüt von Fog vor fünf Jahren im Nebel versenkte, war die Musik eine ziemliche Verweigerung. "Fog" verbat sich Groove, Wohlklang und Selbstüberschätzung. Mit den Mitteln des HipHop war es dessen Gegenteil. Auf Ninja Tune veröffentlicht man schließlich keine Leichtfertigkeiten. Seitdem stellten sich auch "Ether teeth" und "10th avenue freakout" nach Möglichkeit in ganz neuen Stellungen quer. Doch längst sehen die Plattennadeln nicht mehr aus wie wundgekratzte Fragezeichen. "Ditherer" jongliert lieber mit Fußnoten und Querverweisen, anstatt absichtlich über die eigenen Bandschlaufen zu stolpern.

Aus den schwermütigen Schutzverletzungen des einstigen Projekts ist eine Band geworden, die echtes Multitasking beherrscht. Die Taumelrhythmen von "Inflatable ape pt. 3" oder "Hallelujah daddy" scheinen von komplizierten Algorithmen abhängig zu sein, und unter drei Ebenen machen es Broder und seine jetzt offiziellen Mitstreiter Tim Glenn (Drums) und Mark Erickson (Bass) eher nicht. Zudem klingt "Ditherer" auch noch oft so, als wäre mindestens die dreifache Menge an Leuten in die Aufnahmen hineingeraten. Was ja auch stimmt, denn die Hereingerater waren unter anderem Why?, Low und Andrew Bird. Das ist eben Musik, die innen viel geräumiger ist, als sie von außen aussieht.

Das mag an den Löchern und Falltüren liegen, die trotz der Abkehr vom Turntablism immer noch zu Fogs gutem Ton gehören. Um die zahlreichen Schichten zu durchdringen, braucht es weder ein Ingenieursstudium noch ein Laserskalpell. Man fällt von ganz alleine durch Störgeräusche und Geklapper hindurch, und plötzlich ist links unten rechts oben. "You did what you thought" startet als verträumtes Crooning, wird dann zunehmend von Lavalampen beleuchtet und endet in euphorischem Feedbackmeer. Diese vierte Platte der Minneapolitaner verpasst krummen und schiefen Seitenwegen eine verblüffende Logik. Die strukturelle Integrität ist niemals gefährdet.

Obwohl wacklige Harmonien, unzurechnungsfähige Echos und spiegelverkehrte Grooves fortwährend ihre Späße treiben, sind die elf Songs ausgemachte Hits. Vom fiesen Traktorstrahl-Geräusch aus "We will have vanished" über die hypnotischen 6/8-Mantras von "I have been wronged" und die sich potenzierenden Schleifspuren in 10:24 Minuten "On the gallows" bis zum ausklingenden Kuscheltumult von "What's up freaks" sitzen immer wieder schicke Mitnöl-Melodien auf den Breaks, die sich nicht darum kümmern, ob jetzt von Psychedelia zu Postrock gewechselt wird oder Vegetarierfolk zu Schweinerock mutiert. Wenn dann im tollen Titelsong Space-Funk mit fraktalen Streichern garniert wird oder in "What gives" Krautrock und Blues wunderbar fusionieren, sollte man sich besser von Zebrastreifen fernhalten. Denn wer kann jetzt noch dafür garantieren, dass Schwarz wirklich nicht gleich Weiß ist?

(Oliver Ding)

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Highlights

  • What gives
  • You did what you thought
  • Ditherer
  • On the gallows

Tracklist

  1. We will have vanished
  2. Inflatable ape pt. 3
  3. I have been wronged
  4. Hallelujah daddy
  5. What gives
  6. You did what you thought
  7. The last I knew of you
  8. Ditherer
  9. Your beef is mine
  10. On the gallows
  11. What's up freaks

Gesamtspielzeit: 51:22 min.

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