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Pharoahe Monch - Desire

Pharoahe Monch - Desire

SRC / Universal
VÖ: 06.07.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Mönchenskinder

Wenn's erst Klick macht und dann Bang, ist es in der Regel ein HipHop-Track. Und das ist schon komisch. Niemand hat in den letzten 15 Jahren mehr unbezahlte Werbung fr die Belange der Waffengilde NRA gemacht, als die schwarze, musikinteressierte Bevlkerung der unschneren Gegenden in Amerikas Grostdten - die einzigen Leute im Land der Freien also, die Charlton Heston und Co. lieber nicht bis zu den Zhnen bewaffnet shen. Trotzdem: Der abgefeuerte Revolver ist neben der schweren Goldkette und der Tnzerin im Tanga mittlerweile das Rap-Klischee schlechthin und derart etabliert, dass selbst ein Freigeist wie Pharoahe Monch nicht mehr daran vorbeikommt. Bei ihm passiert das natrlich mit sozialkritischem Hintergrund, weil er nichts ohne Sinn und Zweck passieren lsst. Aber zunchst einmal passiert es eben.

"When the gun draws" heit der Song und richtet sich mit Waffengewalt und krummen Pianotnen gegen den allgemeinen Aufrstungswahn, der lngst auch die amerikanische Zivilbevlkerung erreicht hat. Es ist nicht der beste, wohl aber der wichtigste Track auf Pharoahes erstem Album nach lngerer, durch Labelquerelen bedingter Pause. Und wie schon zu Beginn des Jahres bei Clipse, die nach hnlichen Streitereien mit dem besonders befreienden "Hell hath no fury" zurckkehrten, hat die Zeit auf der Strafbank eigentlich nur gute Auswirkungen auf den Sound des betroffenen Knstlers gehabt. "Desire" ist konzentriert bis in die Fingerspitzen, angestachelt von Pharoahes fehlerfreiem Flow, ausgestaltet mit Gospel, Soul und Blsersektion - und getrieben vom Zorn eines Mannes, der so schnell keine Ruhe finden wird.

Es ist nichts Auerordentliches an Pharoahes Anliegen; HipHop-Verfall, Bush, Irak, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, Ficken. Es ist aber besonders in der ersten Hlfte von "Desire" ein ziemliches Ding, wie er diese Themen auf den Punkt genau abhakt, meist noch in unbesiegbare Partycrasher einbindet und dabei die dreckigsten Fanfaren auf seiner Seite wei, die heute durch Oaklands Seitenstraen hallen. Das Public-Enemy-Cover "Welcome to the terrordome" konfrontiert sie mit einer nervs zappelnden Gitarre, "Push" kramt dazu einen Motown-Chor und Soulbruder-Snger raus, die noch den strengsten Reverend stolz machen wrden. "Desire" also ist zweifellos ein Groprojekt, aber auch die bisher zugnglichste und Erfolg versprechendste Platte, die Pharoahe Monch gemacht hat. Man wird sich auf sie einigen knnen, und es sollte den Leuten noch nicht mal schwer fallen.

Deshalb schon eine Schande: Dass sich "Desire" seine Kraft nicht geschickter einteilt und nach hinten raus nur noch die verschmitzte Tom-Jones-Verneigung "Body baby" daran erinnert, wie hier zu Beginn die Fetzen geflogen waren. Die Rassismus-Watschen von "Hold on" mit einer ungewhnlich abgeklrten Erykah Badu und die hilfreiche Sexualkunde von "So good" haben natrlich immer noch ausreichend Sprit im Tank, um weite Teile der Konkurrenz ber den Haufen zu fahren. Sptestens aber, wenn im zweiten Akt der abschlieenden "Trilogy" eine einsame Schalldmpfertrompete brig bleibt, mchte man doch melancholisch werden. Diese Platte lsst mehr auf dem Tisch liegen, als sie gemusst htte. Drei Tracks weniger und sie wre ein verdammter Klassiker.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Free
  • Desire
  • Push
  • Welcome to the terrordome

Tracklist

  1. Intro
  2. Free
  3. Desire (feat. Showtyme)
  4. Push (feat. Showtyme, Mela Machinko & Tower Of Power)
  5. Welcome to the terrordome
  6. What it is
  7. When the gun draws (feat. Mr. Porter)
  8. Let's go (feat. Mela Machinko)
  9. Body baby
  10. Bar tap (feat. Mela Machinko)
  11. Hold on (feat. Erykah Badu)
  12. So good
  13. Trilogy (Act I feat. Mr. Porter, Act II feat. Dwele, Act III feat. Tone)

Gesamtspielzeit: 47:21 min.

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