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Art Brut - It's a bit complicated

Art Brut - It's a bit complicated

Labels / EMI
VÖ: 22.06.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Ex pistols

"It's uncomfortable all night to sit / Get on the dancefloor, it's a direct hit." Schon auf "Bang bang rock and roll" waren Art Brut groß darin, ihre Songs zu performativen Selbstläufern zu machen. Warum die Lyrics mit den ewigen Indie-Klischees und wabernden Assoziationen pflastern? Stattdessen lässt sich doch auch einfach die Geschichte von Song, Musik und Band erzählen oder gleich vorgeben, wie der gerade laufende Song durch die Decke gehen soll. "Formed a band" befahl in diesem Sinne, dass Eddie Agros' Stimme in nicht allzuferner Zukunft bei Top Of The Pops erklingen sollte. Und siehe da: Es geschah. Nur konsequent also, dass "Direct hit" als erstes aus dem Kontext des zweiten Albums heraustritt und somit sicherstellen soll, dass die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird.

Kann das gutgehen? Ein zweites Mal und diesmal ohne den Überraschungseffekt? Art Brut machen jedenfalls nicht viel falsch. Elf Songs, die sich TÜV-geprüft an die Drei-Minuten-Grenze schmiegen. Sicher-sonniger Punkrock, der vom Hirn unmittelbar in Fußbewegungen und Arschwackeln umgesetzt werden will. Von wegen ein bisschen komplizierter, die Platte bricht über den Hörer herein und tanzt in einem durch. Musik, die garantiert die Fragen provozieren wird, was das ist, woher man es kennt und wie gut man sich dabei fühlt. Atem holen ist nicht, selbst Beziehungen sollen darüber schon zerbrochen sein: "I know I shouldn't / And it's possibly wrong / To break from your kiss / To turn up a pop song."

Doch reicht das Hit-Potential allein hin, um das Phänomen Art Brut zu erklären? Sicher nicht. An britischen Drei-Minuten-Power-Punk-Pop-Nummern herrscht ja wahrlich kein Mangel und mit all diesen teilt "It's a bit complicated" das ewige Manko, nach dem zweiten, dritten Hören durchzuhängen. Ans Tempo gewöhnt, fehlt etwas die Abwechslung. Aber das war es ja auch gar nicht, was man an "Bang bang rock and roll"; so schätzte. Das Spannende waren vielmehr die wilde Ironie, der überzeichnete Blick aufs Musikbusiness, die Popstarträume - und dazu die breiten Pinselstriche, die Argos' grelles Beziehungsleben ausmalten. All das ist alles wieder da und teils ganz wunderbar: "People in love" oder " Nag nag nag nag" sind Parodien, die sich mit Witz und Hintersinn bloßstellen, ohne sich lächerlich zu machen. Und aus deutscher Sicht muss natürlich "St. Pauli" erwähnt werden, in dem "Punkrock ist nicht tot" an eine Gitarrenwand genagelt und außerdem verraten wird, dass Eddie Argos sein Deutsch von einer "seven inch record" gelernt hat. Warum auf der Stelle zu treten dann trotzdem ein Scheitern impliziert? Auch das kann man in den Worten des Sängers sagen: "People in love lie around and get fat / I didn't want us to end up like that."

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Pump up the volume
  • People in love
  • Nag nag nag nag

Tracklist

  1. Pump up the volume
  2. Direct hit
  3. St. Pauli
  4. People in love
  5. Late Sunday evening
  6. I will survive
  7. Post soothing out
  8. Blame it on the trains
  9. Sound of summer
  10. Nag nag nag nag
  11. Jealous guys

Gesamtspielzeit: 33:49 min.

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