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Mute Math - Mute Math

Mute Math - Mute Math

Teleprompt / Warner
VÖ: 04.05.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Die Rechenschieber

Nur mit Hilfe von ortskundigen Fhrern wird man sich heil durch den wild wachsenden Instrumentendschungel im Proberaum von Mute Math bewegen knnen. Wer sich auf eigene Faust hinein begibt, knnte sich ohne Hilfe womglich in den unzhligen Kabel-Lianen verheddern, wertvolle Effektgerte zertreten, die als Bodendecker den Fuboden berwuchern, und inmitten des Gewirrs aus staubberflusten Analog-Synthies, Mikrostndern, Kesselpauken, Rhodes-Pianos und einem Sammelsurium aus abgewetzten Instrumentenseltsamkeiten die Orientierung verlieren. Was den Basteleifer betrifft, knnte das Quartett aus New Orleans es beinahe mit Heimwerkerknig Tim Taylor aufnehmen. Doch die handwerklichen Fhigkeiten stehen bei Mute Math vor allem im Dienste der Kunst.

hnlich bunt gewrfelt wie das Instrumentarium sind hierbei auch die Einflsse, die Mute Math gekonnt verzwirnen, ohne dabei sie beliebig durcheinander zu quirlen oder schlicht aneinanderzureihen. Erfrischend soundverspielt zeigen sich Mute Math und schaffen dabei den Spagat, gleichzeitig experimentierfreudig und fassbar zu bleiben. Komplexe Songstrukturen klingen in ihrer Eingngigkeit beinahe simpel. Hier trifft New Wave auf TripHop, muskulser Riffrock auf lupenreinen Pop, clever gespickt mit eingestreuten Reggae-, Postrock- und Jazz-Einsprengseln. Schwungrad und dynamische Lebensversicherung der Band ist Drummer Darren King, der mit seinen facetten- und einfallsreichen Beatschlaufen, geschachtelten Rhythmen, metrischen Verschiebungen und geschickt platzierten Breaks die Fden der Band hnlich auffllig lenkt wie Bloc Partys Vielarm Matt Tong.

Um dieses rhythmische Zentrum herum spinnt das Quartett sein detailverliebtes Klanggewand. Fr aufmerksame Klangexpeditionen empfiehlt sich hier der Kopfhrer. Soundflchen zittern, Samples blubbern und knarzen darber aus dem Off, Streicher schweben sanft am Horizont entlang, E-Piano-Motive zwinkern, Klavierarpeggien schunkeln, und gelenkige Gitarrenriffs bumen sich zu massiven Klangwnden auf. ber allem thronen die Melodielinien aus Paul Meanys Kehle, deren samtiges Schmirgeln wie eine verblffende Kreuzung aus Sting und Seal anmutet. Manchmal ist "Mute Math" fast schon knapp vor der Grenze zur geschmackvollen berproduktion. Doch die Band nutzt ihr Knnen fr Ablenkungsmanver: Sie versteht es, die Zgel anzuziehen und schleifen zu lassen, auf den Punkt zu kommen oder elegant abzuschweifen, vorwrts rockende Passagen und gro angelegte Refrains mit wendigen, filigranen Strophen und berleitenden Klangcollagen homogen ineinander zu schachteln. Auch wenn es stellenweise etwas dahin pltschert: Gleich mehrere packende Momente wie der vielgesichtige Rocker "Typical", das hyperaktive Monstrum "Chaos", die dynamische Wucht von "Break the same" oder die hauchzarte Ballade "You are mine" ragen heraus. Ausgetftelt und vielschichtig, effektvoll und kaum effekthascherisch.

Vehement dementiert hat das Quartett aus Louisiana indes die in den USA im Rahmen einer Werbekampagne aufgekommene Thesen, sie wrde ihre Kunst bewusst in den Dienst des christlichen Glaubens stellen, woraus gar juristische Klagen und ein ausgewachsener Rechtsstreit folgten. Und wer sein Label kurz vor der Verffentlichung eines Albums verklagt, bleibt nicht lange auf dessen Gehaltsliste stehen. Als sich allerdings das kurzerhand selbst verffentlichte Debt der Band als Eigenvertriebsbestseller entpuppte, kam Warner reumtig zurckgekrochen. Nicht nur Wilco-Anhnger wissen, dass das ein ziemlich gutes Zeichen sein kann.

(Ole Cordsen)

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Highlights

  • Typical
  • Chaos
  • Break the same
  • You are mine

Tracklist

  • CD 1
    1. Collapse
    2. Typical
    3. After we have left our homes
    4. Chaos
    5. Noticed
    6. Plan B
    7. Stare at the sun
    8. Obsolete
    9. Break the same
    10. You are mine
    11. Control
    12. Picture
    13. Stall out
    14. Reset
  • CD 2
    1. Collapse (live)
    2. Typical (live)
    3. Chaos (live)
    4. Control (live)
    5. Noticed (live)
    6. Break the same (live)

Gesamtspielzeit: 67:19 min.

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