Archivsuche

Listen

Suche bei Amazon

Partnerangebote



skyscraper_free_trial


Mein BASE


www.titus.de

eXTReMe Tracker

Klaxons - Myths of the near future

Klaxons - Myths of the near future

Polydor / Universal
VÖ: 23.03.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Thunder, lightning, strike

Das neue Schlagwort der vor lauter Begeisterung kochend Wasser pieselnden britischen Musikpresse lautet übrigens ganz offiziell "New Rave". Dass die Klaxons zu den Figureheads eben eben genau dieses "neuen" Stils erhoben wurden, kommt nicht von ungefähr. Denn "Myths of the near future" pumpt wie nichts Gutes. Und doch verwirrt es ein wenig. Rave? Bei den meisten wird dieses Wort eher Assoziationen zu bunt kostümierten Drogies mit 30 cm hohen Schuhen hervorrufen. Gemeint ist aber eigentlich eher der Sound, den die frühen britischen Neunziger mit Bands wie den Happy Mondays, den Stones Roses und den frühen Primal Scream transportierten. Die ja damals auch bunt kostümiert ihre Pillen schluckten. Klar ist jedenfalls: Die Klaxons gehören auf die Tanzflächen aller Kontinente. Was sich noch festhalten lässt: Ein bißchen mogelt die britische Musikpresse schon mal wieder. Denn ein Song wie "Golden skans" ist in etwa so elektronisch und tanzbar wie Wandergitarrensongs am Lagerfeuer. Okay, nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich, aber dass dieser Song vielleicht der mit Abstand poppigste und womöglich beste Track des Albums ist, sei mal als Tatsache festgelegt.

Jedoch bitte nur nicht missverstehen. Der Grundtenor bleibt absolutes Dancefloor-Bombardement. "Totem on the timeline" ist ohne Schwindel und Beatmungsgerät wahrlich nur schwer durchzuhalten, bringt die aufgeweichte Muskelmasse ganz von allein in Bewegung und kratzt noch vor der dritten Minute längst die Kurve. Dass das verdammten Spaß macht? Logisch. Und auch noch wirklich gut ist? Erst recht bewundernswert. Und dann gibt es ja noch die Singles, die diesem Album in den britischen Charts verholfen haben, mal eben aus dem Stand auf der #2 einzusteigen. "Atlantis to interzone" ist vertontes ADHS und macht mit seinen Sirenen und den hyperventilierenden Sprechchören ganz sicher vor gar nichts mehr Halt. Kokettiert noch ein bißchen mit Noise und Geschrei und kracht am Ende mit 150 Sachen gegen die schwitzende Menschenmasse. Die schon längst zu einem großen Klumpen zusammengeschmolzen ist.

Ähnlich verhält es sich mit "Gravity's rainbow". Dass sich nur schwerlich zu diesem zertrümmerten Dancerock gutaussehend tanzen lässt, ist Ehrensache dieses kaputten Trios. Wo andere nämlich anfangen, sich um den altbewährten Pop längst vergangener Tage zu scheren, nehmen die Klaxons ihre Instrumente, spucken ins Publikum und ficken das altbewährte britische Pop-System. Wie das gemeint ist, kann man bei "It's not over yet" nachhören, wo sie genau das mit diesem alten Dancefloor-Schieber machen. Natürlich ist auch das irgendwie trendy und kommt unglaublich gut an, natürlich wird es noch immer Menschen mit halbwegs gut begründetem Protest geben, und selbstverständlich erfinden auch die Klaxons nicht die Zeitmaschine, die sie uns hier verkaufen wollen.

Nein, das Prinzip ist genauso simpel wie effektiv: "We don't bloody care." Nachzuhören in "Four horsemen of 2012". Ob man hierfür bereits das Wörtchen "core" bemüht? Bleibt einem selbst überlassen. Aber wie krass das Trio mit Gegensätzen zu hantieren weiß und von Pop bis Lärm so ziemlich alles beherrscht, solange man sich nur auf welche Art und Weise auch immer dazu bewegen kann, muss schon ganz zwingend als mindestens beachtlich attestiert werden. Schauen wir also mal, was die nahe Zukunft sonst noch so für Mythen und Legenden hervorbringt. Auf diesem Olymp sei den Klaxons jedenfalls ein Platz gewiss.

(Konstantin Kasakov)

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Golden skans
  • Totem on the timeline
  • Gravity's rainbow

Tracklist

  1. Two receivers
  2. Atlantis to interzone
  3. Golden skans
  4. Totem on the timeline
  5. As above so below
  6. Isle of her
  7. Gravity's rainbow
  8. Forgotton works
  9. Magick
  10. It's not over yet
  11. Four horsemen of 2012

Gesamtspielzeit: 53:44 min.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum