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Soft Hearted Scientists - Uncanny tales from the everyday undergrowth

Soft Hearted Scientists - Uncanny tales from the everyday undergrowth

My Kung Fu / Rough Trade
VÖ: 23.02.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Dass Du geboren bist

"We will create music with a sense of wonder: Like the sound of stars flying off the end of a wand or, if it were possible, the sound of plucking a spider's web encrusted with dew drops. Nothing less will do. We will set all our joy, memories, sorrow, disappointments and twilight fantasies to melody." So steht es geschrieben, das beeindruckende Manifest der Soft Hearted Scientists aus North Wales. Doch muss man sich nicht wie befürchtet mit einer verkleisterten und größenwahnsinnigen Rockoper rumschlagen, die des öfteren unmissverständlich Offenbarung suggeriert. Dankend ist nämlich zu berichten, dass hinter sämtlichen Zeilen von "Uncanny tales from the everyday undergrowth" keine ungestümen und brachialen Worthülsenwölfe im intellektuellen Schafspelz lauern, sondern eher leidenschaftliche wie märchenhafte Skizzen für eine bessere Welt.

"He told me German children sing: 'We’re so glad it’s your birthday / Cause if it wasn’t it would mean you’d never been born / Then we would be sad because we’d never have known you' / That kills me every time". Wenn in "Brother sister" das ottonormale Leben der entfernt lebenden Verwandten besungen wird und die Soft Hearted Scientists eigentlich nichts weiter machen, außer dem bittersüßen Existenzialismus eines deutschen Kinderliedes die Ehre zu erweisen, dann weiß man, dass man mitten in den lebensbejahenden Hymnen der Songakrobaten Nathan Hall und Dylan Line steckt. Bewusst naive Botschaften, im wundervollen Dunstkreis von Douglas Adams stehend und nicht minder skurril und wunderlich zum Ausdruck gebracht, sind nicht darauf erpicht, die Antworten auf die großen Fragen unseres Daseins zu kennen, sondern besingen in ihren wirren Assoziationsketten die Einfachheit und Magie der verwinkelten, versteckten Wunder des Alltags.

"Uncanny tales from the everyday undergrowth" setzt sich zusammen aus den drei EPs "Wendigo", "Bethesda" und "Midnight mutinies", die verteilt über das letzte Jahr erschienen sind. Gegner sinnloser Zusammenstellungen sollen beruhigt sein, denn der Erstling der Waliser ist eine stetiger Marsch von der ersten Sekunde bis zum letzten Klang, ohne Stolperstein und hakenden Kurven. Meisterhaft versprüht "Uncanny tales from the everyday undergrwoth" schwere psychedelische Funken, durchbricht mit einem grenzenlosen Wust an unterschiedlichsten Geräuschkulissen die Originalitätsgrenze britisch rockistischer Eintönigkeit und verweist auf frühe Pink Floyd. "Diving bell" lädt mit kräftig erdigem Instrumentarium folkloristische Momente ein zum Mitmachen und hält diesen von Synthesizern durchsetzten, kraftstrotzenden Song am Boden. Der hallende und effektveredelte Klangraum wird nicht mit kitschigen Überschuss beschmiert, sondern lässt immer noch genügend Lücken für die Eigendynamik des Hörers. Solange dieser geneigt ist, sich großspurigem Optimismus zu untergeben.

"Isabella (Keep riding the road to the sea)" zerschießt seine eigenen depressiven Anteile mit freudestrahlenden Akkorden der Akustischen. "So stop singing those Noah’s ark blues“, heißt es, und so sei es. Was folgt, ist eine siebenstimmige Fanfare, die selbst die Beach Boys neidisch machen würde und die Euphorie dieses liebevollen Wahnsinns auf die Spitze treibt. Auch wenn die lebendige Wahrhaftigkeit von "Uncanny tales from the everyday undergrowth" zum Ende hin durch überflüssigen Vollzeitbombast ("At night the quarry glows like a mothership") subtrahiert wird, ist dieses Album ein fein ausgeklügeltes Monster an Konzeptalbum. Und sollte keine Offenbarung im gleißenden Licht eintreten, so reichen die Melodien, die uns auf Schritt und Tritt verfolgen werden, vollkommen aus. Wir hätten sie sonst sehr vermisst.

(Markus Wollmann)

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Highlights

  • Diving bell
  • Brother sister
  • Isabella (Keep riding the road to the sea)

Tracklist

  1. Mount Palomar
  2. Diving bell
  3. Wendigo
  4. The petition
  5. Brother sister
  6. The yongy bongy bo
  7. The haunted song
  8. Many a monster
  9. Isabella (Keep riding the road to the sea)
  10. Midnight mutinies
  11. At night the quarry glows like a mothership
  12. Black castles

Gesamtspielzeit: 68:47 min.