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Ian O'Brien-Docker - Sometimes I wish I had a terrible childhood, so that at least I'd have an excuse

Ian O'Brien-Docker - Sometimes I wish I had a terrible childhood, so that at least I'd have an excuse

Virgin / EMI
VÖ: 23.02.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Das bisschen Haushalt

Welche der folgenden häuslichen Tätigkeiten übernahm der kleine Ian O'Brien-Docker in seiner unschrecklichen Kindheit wohl freiwillig: a) Geschirr abwaschen b) Müll rausbringen c) staubsaugen d) leere Flaschen in den Keller tragen? Genau: letztere. Und er brauchte vermutlich immer so lange dafür, bis oben an der Treppe schon wieder neues Leergut auf ihn wartete. Denn während im Durchschnittskeller höchstens Kartoffeln keimen, wuchs im Hamburger Souterrain der englisch-kanadischen Familie O'Brien-Docker die Musikbegeisterung des Sohnes exponentiell. Dort unten befand sich nämlich das instrumentenreiche väterliche Studio, in dem der Kleine nach Herzenslust klimpern, schrammeln, zupfen und lärmen konnte.

Und hat es dem Jungen geschadet? Ganz im Gegenteil: Alle Instrumente auf dem Debütalbum, dessen Name sich sowieso niemand merken kann, hat Ian O'Brien-Docker komplett selbst eingespielt - und die Platte auch gleich noch im Alleingang abgemischt und produziert. So ein Multitalent muss ja irgendwie schon vorher auffällig geworden sein; in diesem Fall unter anderem als Gitarrist und Songwriter für Kid Alex und, jawohl, Patrick Nuo.

Bei so viel Eigeninitiative sei es dem einstigen Studioboy von Franz Plasa verziehen, dass er so gar keinen Hehl aus seinen musikalischen Einflüssen macht. Die meisten seiner Songs kann man problemlos zwei Kategorien zuordnen: 1.) stadionkompatible Pophymnen mit lebhaften Flügelschlägen am Piano und/oder eindringlichen Schwebegitarren 2.) horny Rockgitarren in modischer Lederkluft, die einfachen Funk-Rhythmen ein bisschen den Kopf verdrehen. Ian O'Brien-Docker klingt also meistens entweder nach Coldplay und Keane oder nach Lenny Kravitz. Und das Kuriose ist: Das stört noch nicht einmal wirklich.

Mit großer Wahrscheinlichkeit findet man in Ian O'Brien-Dockers DNA ein Gen für radiotaugliche Popsongs. Denn auch wenn Stücke wie "Totally alright" oder "The beginning" streng genommen ungeheuer vorhersehbar sind, so sind sie dabei trotzdem auch ungeheuer makellos. "Vanity fair" kratzt mit pulsierendem Bass, echauffierter E-Gitarre und vorlaut scheppernden Drums am Hochglanz, während das wunderschöne "Mornings are the worst" offenbart, was man ohnehin schon ahnte: die obligatorischen Beatles-Referenzen. In der zweiten Albumhälfte verliert die Pop-Formel etwas an Wirkung - zum Schluss gibt es dann aber doch noch eine Überraschung: ein glitzerndes Klavier-Instrumental, das prima auf den "Amélie"-Soundtrack passen würde. Müll rauszubringen ist immer noch die Sache anderer.

(Ina O'Simone-Mautz)

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Highlights

  • Totally alright
  • The beginning
  • Mornings are the worst
  • Today

Tracklist

  1. Totally alright
  2. The beginning
  3. Vanity fair
  4. Mornings are the worst
  5. Darkeyedgirl
  6. 7:30
  7. Love shines on
  8. You never know
  9. Blueskyblack
  10. Septembernights
  11. Today

Gesamtspielzeit: 42:44 min.