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The Fall - Reformation post-TLC

The Fall - Reformation post-TLC

Slogan / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 23.02.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Andere Saiten

Mark E. Smith. Nörgler. Miese Laune. Neues Album. Neue Band. Alter Name. So. Damit ware das erst einmal erledigt. Allzu viele Fakten interessieren doch bei The Fall schon seit Jahren nicht mehr. Man weiß halt, was man bekommt. Oder besser: was man eben gerade nicht bekommt. Denn zur Verlässlichkeit von Smiths Band gehört nicht nur sein angefressener Nichtgesang und das ständige Rauswerfen unfähiger Mitmusiker, sondern auch die konsequente Verweigerung. Darum war nach dem beinahe hörbaren Meistergerumpel "Fall heads roll" mal wieder ein ungehobeltes Schepperalbum fällig.

Wenn Smiths aktuelle Truppe mit Acid-Geblubber, Joy-Division-Gitarren und Quengelbass herumhantiert, ist das genauso der typische The-Fall-Sound wie der begriffsstutzige Rock'n'Roll von "My door is never", zu dem nichts passt und alles. Bei dem das saftige Merle-Haggard-Cover "White line fever" ebenso wenig Fremdkörper ist wie der Delirium-Tremens-Funk des "Insult song" und der psychotische Krautrock von "Reformation!". Der Fremdkörper ist hier das gesamte Album. Wie immer.

"They couldn't describe it themselves." Ein präzise gesetzter Rotzfleck, eine genüsslich gezogene Bierlache, eine sturzbesoffene Selbstverarsche. Ja, richtig gelesen. "Reformation post-TLC" fängt nicht nur mit einem gehässigen Lacher an. Der alte Grantler lässt sich dabei erwischen, wie er offenbar Spaß am eigenen Lärm hat. Keine Spur von Spott. Oder etwa doch? Und dann gibt Gattin Elena Poulou in "The wright stuff" auch noch die angemessen gelangweilte Sirene. Das ist ja doch wieder fast Pop. Verdammt! Wenn man sich die windschiefe Orgel und den knurrenden Bass schön gehört hat, that is.

Zum Glück bröckelt auch "Reformation post-TLC" mittendrin immer wieder auseinander. Die letzten fünf Tracks rumpeln nicht mehr im Studio, sondern anscheinend vor Publikum. "Scenario" zerfällt in das Nörgeln der Instrumente, die abwechselnd und ziemlich widerwillig die Melodieführung übernehmen. Und natürlich nur deshalb, weil Smith ohnehin sein eigenes Ding macht. Mal erinnert er sich an langweilige Details seiner Jugend, mal lügt er sich seltsame Anekdoten zusammen, und mal faselt er einfach völlig unzusammenhängenden Scheiß daher.

Da macht die Musik einfach mal mit. In "The bad stuff" versuchen drei verschiedene Songfetzen, das gefilterte Geplapper zu übertönen. In den zehn Minuten von "Das Boat" passiert einfach mal gar nichts - außer fiesen Kopfschmerzen, die sich als Referenz an U96 entpuppen. Eine gute The-Fall-Platte geht eben dorthin, wo's weh tut. "Systematic abuse" streitet allerdings alles ab - bis auf das ewig gleiche Riff, das Smith zwischendurch sogar mitnölt wie ein schadenfroher Säufer. Und weil einem längst schon der Geduldsfaden gerissen sein sollte, erinnert man sich freudig an den Anfang: Da feierte Smith im lässigen "Over! Over!" den Schluss als Anfang aller Dinge mit gutturalen Lauten. Aus einer hässlichen Grimasse wird plötzlich ein beinahe sympathisches Grinsen. Auch wenn das niemand der Beteiligten jemals zugeben würde.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Over! Over!
  • Reformation!
  • Fall sound
  • My door is never
  • Scenario

Tracklist

  1. Over! Over!
  2. Reformation
  3. Fall sound
  4. White line fever
  5. Insult song
  6. My door is never
  7. Coach and horses
  8. The usher
  9. The wright stuff
  10. Scenario
  11. Das Boat
  12. The bad stuff
  13. Systematic abuse
  14. Outro

Gesamtspielzeit: 61:15 min.

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